Archiv für den Monat: August 2013

Tischtennis Geschichte, Teil 2

Durch mündliche Überlieferungen und Geschenksendungen kam der Trend des Tischtennis nach Europa. In Deutschland kam es z.B. 1899 zur Gründung der 1. Berliner „Tennis- und Ping Pong Gesellschaft“. Daraus entwickelte sich der noch heute existierende Verein „Tennis Borussia Berlin.

1. Deutschen Tischtennis-Meisterschaften

In einem Berliner Casino wurden 1907 die ersten inoffiziellen Deutschen Meisterschaften ausgetragen. Neben Deutschland waren in den Ländern Ungarn, Frankreich, Russland und Österreich zahlreiche Vereinsgründungen zu beobachten. In Amerika kam es ebenfalls zu einem Tischtennis Boom. Oftmals war kam es allerdings bei Wettbewerben zu ungleichen Voraussetzungen.

So belegen Aufzeichnungen von 1902, dass Studententeams von Harvard und Yale gegen einander antraten. Dabei trat Harvard komplett mit filzbespannten Schlägern an und Yale mit Holzschlägern. Im Jahr 1988 kam der Sport auch in vereinfachter Form bis nach Japan. Mit wesentlich kleineren und niedrigeren Tischen sowie einem weichen Ball fand der Sport äußerste Beliebtheit. Von Japan aus breitete er sich nach Chine, Korea und Hongkong aus. In Europa kam es zeitgleich zu einer Art Tischtennisdepression. Diese war begründet durch die mangelnde Attraktivität des Sports.

Die große Tischtennis-Depression

Um zu gewinnen entwickelten viele ihr Spiel in Richtung Abwehr weiter, sodass sie versuchten möglichst wenig Fehler zu machen. Dadurch verlängerte sich die Spielzeit, die Zuschauerzahlen sanken, da das Spiel sehr einseitig aufgebaut war. Diese Tischtennis Depression ging soweit, dass sogar die nationalen englischen Meisterschaften in England von 1905 bis 1918 ausgesetzt wurden. Bis nach dem ersten Weltkrieg entwickelte sich der Sport nicht weiter. Erst 1922 kam neuer Schwung in diesen Sport und die PPA wurde neu gegründet und kurze Zeit später umbenannt, um neues Aufsehen zu erregen.

Gründung des DTTB, dem deutsche Tischtennis Bund

Die „National Table Tennis Assotiation (ETTA)“ verfeinerte das Spiel. 1923 wurde ein revolutionäres Turnier ausgetragen, das heute noch seinesgleichen sucht. Gemeinsam mit dem „Daily Mirror“ organisierte Ivor Montago ein Turnier mit 40000 Teilnehmern, welches in 40 verschiedenen Hallen über den Zeitraum vier Monaten ausgetragen wurde.

Der Sieger erhielt ein Auto, was für die damalige Zeit ein fürstlicher Preis war. In den nächsten Jahren wurden zahlreiche nationale und internationale Verbände gegründet. 1925 entstand der DTTB – der deutsche Tischtennis Bund und ein Jahr später wurde der heute noch existierende Weltverband ITTF – die Interantional Table Tennis Federation gegründet.

Montagu, die wichtigste Persönlichkeit im Tischtennis

Montagu sollte die wichtigste Persönlichkeit des Tischtennis werden. Er war mit 17 Jahren Gründungsmitglied des ETTA und mit 22 Jahren hatte er eine Spitzenposition beim ITTF inne, die er 40 Jahre behielt. Er war Schiedsrichter, Spieler, Funktionär und Filmproduzent, sodass Charlie Chaplin zu seinen besten Freunden zählte. Er hatte wesentlichen Anteil daran, dass 1926 die ersten Weltmeisterschaften in England ausgetragen wurden.

Tischtennis, Geschichte Teil 1

Die Sportart Tischtennis hat sich aus der Sportart Tennis heraus entwickelt. Tennis geht auf Formen des Ballspiels von ca. 3000 v. Chr. wie sie in China und Ägypten dokumentier wurden zurück. Diese Art der Freizeitbeschäftigung wurde nahezu ausschließlich vom Adel ausgeübt und wurde früher als Paume bezeichnet.

Raumtennis

Im 16. – 19. Jahrhundert wurde es im Freien (loungue paume) sowie in der Halle (courte paume) gespielt. Aus diesem Paume entwickelte sich ca. 1877 die Sportart Tennis, woraus sich Tischtennis entwickelte. Dies war zunächst die Alternative bei schlechtem Wetter. In der Anfangszeit wurde ein Seil über den Küchen oder den Wohnzimmertisch gespannt um ein Spielfeld zu generieren und hieß „Raum-Tennis“.

Ping-Pong

Als Schläger kamen Bücher und ähnliche Gegenstände aber auch zusammengebaute Schläger, die einem heutigen Badmintonschläger ähneln zum Einsatz. Der Ball wurde zu Beginn aus einem Korken geschnitzt. Der Begriff Ping-Pong ist erstmals auf einer englischen Postkarte von 1878 dokumentiert. 1875 wurden die ersten Spielregeln veröffentlicht und ca. 1891 kamen Zelluloidbälle zum Einsatz.

Carvindish-Club, der 1. Tischtennisverein

Dadurch wurde die Sportart populärer und der erste Tischtennisverein wurde in England 1990 von Cricketspielern gegründet, die eine Spielpause überbrücken wollten. Dieser Verein, der „Carvindish-Club“ legte erstmal Regeln fest, die die Maße des Tisches umfassten. Durch die Tischlänge und Breite von 9 x 5 feet und einer Höhe von 2 feet 6 inch sind die heutigen ungeraden Maße (z.B. Breite: 152,5 cm) zu erklären.

Schlägerentwicklung

Die Weiterentwicklung des Schlägers sah zunächst Bespannungen mit Pergament, Fell oder Leder vor. Danach wurden Schläger aus Holz entwickelt, die mit Kork oder Schmiergelpapier beklebt wurden. Die noch heute von Abwehrspielern angewandten Noppen-Außen Beläge wurden 1902 von dem englischen Profi E.C. Goode erfunden. Als ihn Kopfschmerzen plagten ging er in eine Apotheke. Beim Bezahlen fiel ihm eine Geldmünze auf eine Gummimatte.

Er war angetan von dem Katapulteffekt und testete diesen auf seinem Holz. Ein Jahr zufuhr kam es zu einem Konkurrenzkampf der übergeordneten Verbände. 1901 wurde in England die „Table Tennis Association“ (TTA) als Dachverband gegründet. Nur wenige Tage später versuchte die Sportartikelindustrie nachzuziehen. Die Gründung derer „Ping Ping Association“ (PPA) konnte sich jedoch nicht behaupten und musste ihre Gründung aufgeben.

Entwicklung zur Trendsportart

Die Regeln dieser beiden Verbände bilden allerdings noch heute die Grundlage der bestehenden Regeln. In dieser Zeit wurde Tischtennis fast ausschließlich in Studenten- und Soldatenkreisen gespielt. Der Sport entwickelte sich zum Trendsport. Gespielt wurde Tischtennis überwiegend in Klubs und Cafés. Die Damen trugen Abendkleider und die Herren spielten im Smoking.