Archiv für den Monat: Dezember 2013

Trainingsübung für den VH Topspin

Der Vorhand Topspin kann sowohl als vorbereitender Schlag, als auch als harter Endschlag eingesetzt werden. Je nachdem, welches Ziel verfolgt wird, sollte die Trainingsübung daran angepasst werden.

Vorhand Topspin und Beinarbeit trainieren

Um die Technik des Topspins mit der Vorhand sicher beherrschen zu können, ist es wichtig diesen Schlag sehr häufig im Training zu üben. Dafür gibt es zahlreiche Kombinationsübungen. Eine dieser Übungen ist „Vorhand aus der Vorhandseite – Vorhand aus der Mitte“.

Wie die Beschreibung in Anführungszeichen bereits erkennen lässt werden zwei Positionen angespielt. Entscheidend ist, dass Spieler A, der sich in der Zeichnung oben befindet, die Bälle passiv verteilt und blockt. Der Block geht abwechselnd in die Vorhand und in die Mitte.

Die Aufgabe von Spieler B, welcher sich in der Zeichnung unten befindet, ist es beide Bälle als Vorhand Topspin diagonal zu spielen. Dabei achtet er vor allem auf die korrekte Technik, einen sicheren Schlag und darauf, dass er sich vor jedem geschlagenen Ball zu der für ihn optimalen Position bewegt.

Vorhand Topspin als Endschlag trainieren

Um einen VH Topspin schnellstmöglich und hart schlagen zu können bedarf es nicht nur genügend Kraft, sondern auch einer sauberen Technik. Die Technik muss für diesen Schlag derart verfeinert sein, dass die Bewegungsabläufe automatisch, also ohne das der Spieler über einzelne Elemente während der Ausführung nachdenkt ablaufen.

Eine Möglichkeit den Endschlag zu üben besteht darin sehr viele Topspins diagonal zu ziehen. Der Übungspartner macht einen diagonalen Rollaufschlag, der so hart wie möglich diagonal angezogen wird. Der Partner versucht den Ball zu blocken, danach kommt der nächste harte Schlag.

Damit die Trainierenden nicht ständig Bälle aufheben müssen, empfiehlt es sich mit sehr vielen Bällen zu spielen. Diese können ganz simpel in einem Eimer oder in einer Schüssel auf den Tisch gestellt werden, sodass sie den Übenden nicht behindern.

Am besten ist es, wenn die Übung so gespielt wird, dass derjenige, der den harten Topspin übt, im Vorfeld einen Aufschlag ausführt, der von seinem Partner passive mit Unterschnitt zurückgespielt wird. Dadurch ergibt sich eine spielnahe Situation.

Trainingsformen, um knappe Spielstände zu trainieren

Der Bericht „Ausgewählte Spielstände trainieren“ hatte u.a. zum Ziel ein Bewusstsein zu entwickeln, dass es im Trainingsspiel ebenso sinnvoll ist mal nicht beim Stand von 0:0 zu beginnen. Nun werden weitere Möglichkeiten aufgezeigt, um spezielle spielnahe Situationen im Training zu üben.

Effektiv mit Schwächeren trainieren

Wer kennt diese Situation nicht. Fast alle Tische sind im Training belegt. Die Spieler der ersten Mannschaft trainieren untereinander, um sich weiter zu verbessern und um nicht gegen Schwächere spielen zu müssen. Da fragt man sich als einer der 2ten oder auch 7ten Mannschaft schon mal: Wie soll ich überhaupt besser werden, wenn ich nie gegen bessere spielen kann?

Es gibt durchaus Methoden, um ein Training zweier Tischtennisspieler effektiv zu gestalten, obwohl sie sich vom Leistungsniveau – mit unter deutlich unterscheiden. Ein Beispiel hierfür sind Trainingsspiele mit Punktvorgabe. So kann der Schwächere beispielsweise in jedem Satz mit 5:0 in Führung sein, sodass sich auch der Stärkere voll konzentrieren muss. Je nach Spielniveau bzw. dem Unterschied, der sich aus der Spielstärke eines jeden Einzelnen ergibt, kann der Spielstand angepasst werden.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass sehr viele Sätze gespielt werden. Nach jedem Satz wird der Vorsprung zugunsten des Spielers, der den jeweiligen Satz verliert, erhöht. Als Beispiel spielt ein Spieler der Landesliga gegen Kreisliga. Normalerweise gewinnt der Landesligaspieler locker. Beim ersten Satz ist dies auch der Fall. Danach startet der nächste Satz mit 0:2 gegen ihn. Wenn er diesen wieder gewinnt, steht es am Anfang 0:4. Spätestens beim 0:8 sollte der Ausgang völlig offen sein. Gewinnt dann der Kreisligaspieler, so steht es im folgenden Satz nur 0:6. Ziel ist es, dass ein Spielstand gefunden wird, bei dem der Ausgang des Spiels nicht mehr vorhersehbar ist.

Knappe Spielstände mit taktischer Vorgabe trainieren

Wer das Gefühl hat, dass der Gegner immer gewinnt, weil er selbst zu passiv spielt, sollte trainieren beim Stand von 9:9 den ersten Topspin zu ziehen. Ebenso spielen viele Spieler bei knappen Spielständen Überraschungsaufschläge z.B. lang in die Vorhand oder in die Rückhand, obwohl sie während des gesamten Spiels immer bestrebt waren kurze Aufschläge zu machen.

Genau diese Varianten und die Reaktion darauf gilt es zu trainieren. Die Reaktion auf einen langen Aufschlag heißt natürlich Topspin – und zwar sicher und platziert auf den Tisch. Bei höherem Niveau sollte der Angriffsschlag natürlich auch eine gewisse Härte haben. Ein passives Spiel hat zur Folge, dass der Gegner angreift und dies sollte vermieden werden.

Ausgewählte Spielstände im Tischtennis trainieren

Wer kennt diese Situation nicht: 9:9 im Entscheidungssatz, die Knie zittern, man überlegt lange welcher Aufschlag gewählt wird und spielt ängstlich auf. Genau dies sollte ebenfalls im Training geübt werden, um im Punktspiel darauf eingestellt zu sein.

Knappe Spielstände trainieren

Der oben erwähnte Ansatz lässt sich vertiefen. Die typische Situation, bei der der Kopf arbeitet und die normale Spielstärke von einigen Spielern nicht mehr abgerufen wird, ist die oben erwähnte.

Prinzipiell sollte sich jeder Spieler gewisse Fragen stellen, um zu überprüfen, welche Handlung die effektivste ist. Habe ich bereits alle Aufschlag- und Rückschlagvarianten gespielt, mit denen mein Gegner Probleme haben könnte? Wo sind meine Stärken? Was sind seine Schwächen? Wie kann ich ihn überraschen?

Eine Möglichkeit, um auf dieses Situation im Training einzugehen ist es jeden Satz bei 9:9 beginnen zu lassen. Beide Trainingspartner machen sich vorher aus, wie viele Gewinnsätze gespielt werden z.B. 5 Gewinnsätze. In jedem dieser Sätze steht es gleich am Anfang 9:9 oder 10:10. Ansonsten bleiben die Regeln die gleichen, wie im Punktspiel. Wichtig ist es dann immer hellwach zu sein und sich keine Konzentrationsschwächen zu erlauben.

Rückstände trainieren

Auch Spielstände von 8:10 oder 7:9 sind sinnvoll im Training zu üben, damit man im Punktspiel dann nicht den Kopf hängen lässt und bis zum letzten Ball kämpft. Wieder ist es sinnvoll sich einen gewissen Rahmen vorzugeben. Beispielsweise 3 Gewinnsätzen, danach wird der Partner getauscht. Bei einer Trainingsgruppengröße ab 6 Personen macht es auch Sinn nur einen „Satz“ zu spielen, um genau die Situation im Entscheidungssatz zu üben.

Ebenfalls wichtig ist es bei deutlichen Spielständen zu Beginn des Satzes, wie beispielsweise einer 5:1 Führung oder eines 1:5 Rückstands nicht nachzulassen oder den Kopf hängen zu lassen. Das Spiel hört erst bei 11 Punkten auf und es ist wichtig das zu verinnerlichen.

Punktspielatmosphäre im Training schaffen

Um die eben beschriebenen Spielsituationen noch effektiver trainieren zu können, sollten die Rahmenbedingungen ebenfalls zur Geltung kommen. Um eine richtige Punktspielatmosphäre zu schaffen, sollte das Spielfeld mit Banden eingezäunt werden, die Zähltafel aufgebaut werden, ein Zähler eingesetzt werden und jedem Spieler ein Trainer zur Seite gestellt werden. Des Weiteren wird dadurch, dass die Ergebnisse aufgeschrieben werden ebenfalls mehr Ehrgeiz bei den Trainierenden hervorgerufen.

5 Bälle mit maximal schneller Bewegungsintensität

Bei der folgenden Übung spielen zwei Tischtennisspieler zusammen. Spieler A ist der Zuspieler. Er ist auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches und verteilt die Bälle, indem er immer mit der Vorhand blockt oder kontert. Spieler B spielt Spieler A (bis auf den letzten Ball) alle Bälle in die Vorhand.

Übung mit langem Aufschlag

Die Übung beginnt mit einem langen Aufschlag von Spieler A in die weite Vorhand von Spieler B. Er kontert diagonal in die VH von Spieler A (siehe Zeichnung B1). Dieser kontert auf Plattenmitte. Von dort aus spielt Spieler B einen Konterschlag in die VH von Spieler A (siehe Zeichnung B2), der anschließend parallel mit der VH in die RH von Spieler B kontert.

Von dort aus spielt Spieler B einen parallelen Konterschlag mit der RH in die VH von Spieler A (siehe Zeichnung B3), der erneut parallel kontert. Spieler B springt von dieser Position aus um und spielt aus der Rückhandseite einen parallelen Konterschlag mit seiner VH in die RH von Spieler A (siehe Zeichnung B4). Spieler A spielt danach in die VH von Spieler B. Spieler B erläuft diesen Ball und spielt einen parallelen Topspin aus der Vorhand oder einem parallelen Schuss in die Rückhand von Spieler A (siehe Zeichnung B5). Mit dem letzten Schlag soll versucht werden einen direkten Punkt zu erzielen.

Aufgabenverteilung

Die Aufgabe von Spieler A während der gesamten Übung ist es mit seinem Partner zu trainieren und nicht gegen ihn. Das bedeutet, dass er versucht eine passende Geschwindigkeit für die zugespielten Bälle zu finden. Die Übung bringt keinen Effekt, wenn der Zuspieler (Spieler A) seinen Trainingspartner ausspielt. Spieler B muss sich bei der Durchführung der Übung hoch konzentrieren und besonders auf die schnellstmögliche Beinarbeit achten.

Es eignen sich kurze Sidesteps und Sidejumps zur Fortbewegung. Im Sinne des tischtennisspezifischen Schnelligkeitstrainings, muss jeder Ball mit maximaler Intensität und Willenskraft durchgeführt werden. Nach jeder durchgeführten Übung erfolgt eine vollständige Pause zur Regeneration.

Variationen:

• Spieler B spielt die VH als Topspin und die RH als Konter
• Spieler B spielt VH und RH als Topspin
• Spieler B spielt jeden Ball schnellen Konter bzw. Schuss
• Spieler A spielt den letzten Ball in die VH hoch zu und Spieler B muss schießen