Archiv für den Monat: Februar 2014

Halblange Aufschläge

Halblange Aufschläge kommen oftmals ungewollt zustande. Versucht ein Spieler den Aufschlag, kurz oder lang zu machen, kann es passieren, dass dieser missglückt und eben halblang kommt.

Halblange Aufschläge verhindern

Um nicht in die Situation zu kommen, dass der Gegner einen kurz geplanten Aufschlag anzieht, weil er zu lang gerät, sollte man sich dessen bewusst sein, wie dieser ausgeführt werden muss. Hierbei ist es wichtig den Ball nur kurz über das Netz abspringen zu lassen. Des Weiteren ist der Balltreffpunkt auf dem Schläger wichtig. Dieser sollte möglichst mit Unterschnitt im hinteren Drittel des Schlägers getroffen werden.

Im Gegensatz dazu ist es bei einem langen Aufschlag das wichtigste, das er auch schnell gespielt wird. Ein langsamer langer Aufschlag gilt ebenso als „Vorlage“ für den Gegner, der sofort angreifen kann. Um einen schnellen langen Aufschlag auszuführen, sollte der Ball kurz vor der Tischkante in der fallenden Phase getroffen werden.

Halblange Aufschläge als effektive Variante

Wie bereits erwähnt, ist das wichtigste das Aufschlagspiel so oft, wie möglich zu variieren. Dies betrifft die Rotation, das Tempo, die Flugkurve und die Platzierung des Balles. Hinsichtlich der Platzierung kann es vorteilhaft sein den Ball gezielt halblang zu spielen.

Das Risiko bei halblangen Bällen ist natürlich, dass sie der Gegner anzieht, darauf muss man sich vorher bereits einstellen. Der Vorteil ist, dass halblange Aufschläge, wie auch lange Aufschläge nur ganz schwer kurz hinter das Netz zurückgelegt werden können, um das Angriffsspiel zu erschweren.

Halblange Aufschläge sollten möglichst auf den Bauch gespielt werden. Wird ein Spieler in der Bauchregion oder anders gesagt, auf der Region des Ellenbogens angespielt, so ist er gezwungen sich zu bewegen. Spielt er den Ball ohne sich zu bewegen zurück, so ist es ganz schwer „Druck“ zu machen, da so die optimale Ausgangsposition für den Schlag nicht gegeben ist. Wenn dieser Ball dann noch überraschend und mir viel Seitenschnitt gespielt wird, so wird daraus eine wirklich sinnvolle Variante, um sein Aufschlagspiel nicht zu monoton wirken zu lassen.

Matthias Bormann

Trainingsübungen mit kurzem Aufschlag

Wie bereits in der Zusammenfassung zum Thema Platzierung beim Aufschlag erwähnt, kann dieser entweder kurz, halblang oder lang und in der Vertikalen variiert werden. Heute widmen wir uns explizit den kurzen Aufschlägen.

Wann werden kurze Aufschläge eingesetzt?

Das Ziel eines kurzen Aufschlags ist es den Gegner nicht zum Angriff kommen zu lassen. Oftmals sind diese Aufschläge die Besten, damit man selbst als erstes attackieren kann. Auch bei kurzen Aufschlägen kann man natürlich die Rotation variieren. Es ist wichtig im Punktspiel nicht immer den gleichen Schnitt zu spielen, damit sich der Gegner nicht darauf einstellt. Die folgende Übung ist ausschließlich für Aufschläge mit Unterschnitt gedacht.

Übung mit kurzem Unterschnittaufschlag und langem Rückschlag

Bei der folgenden Trainingsübung im Tischtennis stehen drei Aspekte im Vordergrund:

• Kurzer Aufschlag
• Langer Rückschlag
• Eröffnungsschlag mit der Vorhand

Es handelt sich bei der folgenden Übung um eine tolle Variante, um nahezu alle Schläge zu trainieren, die im Punktspiel auch vorkommen.

Spieler 1, der sich in der Zeichnung unten befindet, spielt einen kurzen Aufschlag (1) in das gestrichelte Feld von Spieler 2, der in der Zeichnung oben zu finden ist. Die Aufgabe von Spieler 2 ist es den Ball lang in die VH zurückzulegen (2) – dies möglichst mit Unterschnitt. Nun zieht Spieler 1 einen Topspin diagonal (3). Dabei muss er besonders darauf achten, wie viel Unterschnitt Spieler 2 in den vorangegangenen Schlag hineinbrachte. Je mehr Unterschnitt drin ist, umso mehr muss Spieler 1 nach oben ziehen! Der folgende Schlag ist ein paralleler Block (4) von Spieler 2. Danach ist die Übung offen, das bedeutet, dass jeder der beiden Spieler versucht den Punkt zu machen.

Varianten:

• Block (4) als Gegentopspin
• Rückschlag des kurzen Aufschlags als Flip (2)
• Rückschlag des kurzem Aufschlags mit viel Unterschnitt (2)

Kurzbeschreibung der Übung

• Kurzer Aufschlag (1) verteilt über die gesamte gegnerische Plattenhälfte
• Langer Rückschlag (2) mit Unterschnitt
• Topspin diagonal (3)
• Block parallel (4)
• Frei

Matthias Bormann

Die Platzierung beim Aufschlag

Eine der Elemente die auch ohne ein riesengroßes Talent und Ballgefühl antrainiert werden können, ist die Platzierung beim Aufschlag.

Kurze Aufschläge

Unter kurze Aufschläge zählen diejenigen Aufschläge, die mehr als zwei Mal auf der Tischhälfte des Gegners aufkommen. Hierbei ist natürlich der Optimalfall, wenn soviel Unterschnitt im Ball ist, dass dieser in Richtung des Aufschlagenden zurückspringt.

Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Der Gegner kann nicht sofort zum Topspin übergehen und den Ball hart angreifen.

Halblange Aufschläge

Unter halblangen Aufschlägen zählen diese, die zweimal Aufkommen, oder nur einmal Aufkommen und kurz hinter der Grundlinie herunterfallen. Das Ziel dieser Aufschlagvariante sollte sein, dass der Gegner nicht weiß, ob er Topspin ziehen soll, oder ob er den Ball passiv zurücklegen muss, da er sonst bei dem Versuch einen Topspin zu ziehen schnell einen Fehler macht.

Lange Aufschläge

Unter langen Aufschlägen versteht man Aufschläge, die bis zur Grundlinie gespielt werden. Diese sollten zusätzlich möglichst schnell gespielt werden, damit der Gegner überrascht wird. Hierzu ist es wichtig, den Ball möglichst weit nach unten bis kurz vor dem Aufsprung auf der Tischtennisplatte fallen zu lassen und schließlich mit einer explosiven Bewegung den Ball zu spielen.

Die Verteilung der Bälle auf dem Tischtennistisch

Neben den Aspekten der Aufschlaglänge (kurz, halblang, lang) geht natürlich auch die vertikale Komponente der Aufschläge in die Betrachtung ein. Hierbei sind die Platzierungen weit links außen, mittig (zur Region des Bauchs) und weit rechts außen sinnvoll zu trainieren.

Generell kommt es auf die Aufschlagvariation drauf an. Wenn ein Spieler den Ball immer auf die gleiche Stelle bekommt, so kann er sich darauf einstellen. Wird der Ball jedoch variantenreich platziert, so muss er sich zum Ball stellen, um eine bessere Ausgangsposition zu haben um den nächsten Schlag vorzubereiten.

• 1 kurze Aufschläge
• 2 mittellange Aufschläge
• 3 lange Aufschläge
• Wichtig ist immer auch die Verteilung der Aufschläge auf der Vertikalen

Matthias Bormann

Aufschläge mit und ohne Schnitt bei gleicher Bewegungsausführung

Ein guter Aufschlag entscheidet oftmals über Sieg oder Niederlage. Am wichtigsten ist es sich dabei einen geeigneten Mix aus verschiedenen Schnitt- und Bewegungsausführungsvarianten anzutrainieren, damit der Gegner ihn nicht „lesen“ kann. Möglichkeiten einen Aufschlag zu variieren ergeben sich daraus die sogenannten PTRF-Effekte gezielt einzusetzen.

Was sind PTRF-Effekte

Die Abkürzung PTRF steht für Platzierung, Tempo, Rotation und Flugkurve. Alle 4 Einflussfaktoren sind entscheidend, um seinen Gegner mit einem Aufschlag zu überraschen, so ab und zu einen direkten Punktgewinn zu erzielen oder um den nächsten Ball vorzubereiten.

Es lässt sich nicht sagen, welcher dieser Einflussfaktoren der wichtigste ist. Jeder Tischtennisspieler sollte sich Gedanken machen, wie man diese Faktoren gezielt einsetzt und auch mal ein Stündchen seiner Zeit in Aufschlagtraining zu investieren. Hilfreich ist es oft sich Aufschläge von Profis abzuschauen.

Unterschnittaufschlag oder schnittloser Aufschlag

Nachdem im letzten Bericht gezeigt wurde, wie es möglich ist einen Aufschlag mit sehr viel Unterschnitt zu erlernen, geht es heute darum diesen so zu variieren, dass bei einer kleinen Abwandlung in der Bewegungsausführung ein anderer Schnitt zustande kommt, um den Gegner zu irritieren.

Das Video zeigt den deutschen Nationalspieler Christian Süß. Er zeigt anschaulich, wie die Bewegungsausführung bei einem Aufschlag mit und ohne Unterschnitt aussehen kann.

Das wichtigste ist dabei, dass der Gegner nicht sofort sehen kann, welcher der beiden Varianten angewendet wird. Dies erreicht ihr, indem ihr bei beiden Varianten die gleiche Ausholbewegung macht. Die Bewegung geht von hinten nach vorn. Der Ball muss während dieser Bewegung vom Schläger getroffen werden. Die Schnittart hängt davon ab, an welchem Punkt ihr den Ball trefft.

• Balltreffpunkt auf dem Schläger vorn = Unterschnitt
• Balltreffpunkt auf dem Schläge hinten = Schnittloser Aufschlag

Solltet ihr einen schnittlosen Aufschlag machen, solltet ihr auch den möglichen Rückschlag des Gegners im Kopf haben. Dieser spielt den Ball entweder halbhoch zurück, sodass ihr sofort angreifen könnt, kurz zurück, dann könnt ihr flippen, oder er spielt selbst einen Flip, wenn er den Aufschlag von euch erkannt hat.

Bei einem Unterschnittaufschlag spielen die meisten Gegner den Ball lang mit Unterschnitt zurück, dann könnt ihr Topspin ziehen. Stellt euch darauf ein, dass der Ball auch kurz zurückgelegt werden kann.

Matthias Bormann