Archiv für den Monat: März 2014

Trainingsübung mit kurzem Aufschlag auf die Rückhand – Teil 1

In dem folgenden Artikel wird zunächst auf einige Grundlagen hinsichtlich des Aufschlags und der Platzierung des Aufschlags eingegangen. Im Anschluss wird eine konkrete Trainingsübung mit Aufschlag in die Rückhand vorgestellt.

Warum sollte der Aufschlag häufig in die Rückhand gemacht werden?

Die aufgestellte Frage lässt sich einfach beantworten: Weil die Mehrzahl der Tischtennisspieler mit der Rückhand schwächer sind, als mit der Vorhand. Viele Spieler haben sogar das Bedürfnis selbst bei Aufschlägen, die direkt auf die Rückhand platziert werden, diese mit der Vorhand anzunehmen.

Dies führt wiederum dazu, dass der Rückschläger sich mehr bewegen muss und somit die optimale Schlagtechnik nicht mehr ausführen kann, da er nicht optimal zum Ball steht.

Aufschläge auf die Rückhand – welche Varianten?

Prinzipiell sollte der Aufschlag nicht zu oft der Gleiche sein. Auch wenn er sehr gut funktioniert – irgendwann stellt sich der Gegner darauf ein. Dann spielt er ihn besser zurück und die Aussichten auf Erfolg sind nicht mehr so gut. Also variiert den Aufschlag bitte hinsichtlich der Rotation, des Tempos und hinsichtlich der Ballflugkurve. Selbst der Ballhochwurf hinter der Platte kann den Gegner irritieren und für euch zum Erfolg führen.

Die meisten werfen ihn regelkonform ca. 17 cm hoch. Wenn man sich einen Hermann Mühlbach ansieht, der den Ball ca. 2 Meter hochwirft und sich verinnerlicht, dass er einer der besten Aufschläger Deutschlands ist, so ist dieses Detail ebenso wirksam, wie die extreme Rückwärtsrotation in seinem Aufschlag.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langem Aufschlag – Teil 2

Abwechslungsreich eingesetzte lange Aufschläge können über Sieg oder Niederlage entscheiden. Wichtig ist es gerade in höheren Spielklassen diese nicht zu oft einzusetzen, da sich sonst der Gegner darauf einstellt und die Bälle hart attackiert.

Was muss man bei langen Aufschlägen beachten?

Ganz wichtig ist, dass ein langer Aufschlag auch schnell ist! Ein langsamer langer Aufschlag mit viel Seitenrotation kann zwar auch ab und zu erfolgreich sein, jedoch ist dann der Überraschungsmoment nicht gegeben. Bei langen Aufschlägen muss man ganz klar sagen: Geschwindigkeit geht vor Rotation! Um einen schnellen Aufschlag zu spielen, sollte der Balltreffpunkt kurz über dem Tisch sein und die Bewegung ebenfalls schnell erfolgen.

Außerdem ist es wichtig seinen Gegner zu beobachten und den schnellen Aufschlag dann spielen, wenn der Gegner nicht darauf eingestellt ist. Sieht man beispielsweise, dass sich der Gegenspieler zunehmend zur Rückhand orientiert, spielt man eben mal einen langen Aufschlag in die Vorhand. Hierbei ist auch ein Gespür für die Situation gefragt, welches schwer zu trainieren ist. Bei einer guten Beobachtungsgabe und einem gewissen Feingefühl für die Situation, welche schwer zu trainieren ist, wird der lange Aufschlag ab und zu eingesetzt zu einer Waffe, mit dem nahezu in jedem Satz ein Punkt sicher ist.

Übungen mit langem Aufschlag, der angegriffen wird

Jeder Spieler muss sich dessen bewusst sein, dass ein langer Aufschlag von seinem Gegner angegriffen werden kann. Antizipiert der Gegner richtig, so ist es nicht selten, dass er diesen auch hart angreift und dies zu einem direkten Punktgewinn für ihn führt.

Aber auch diese Situation lässt sich trainieren. Jeder der einen langen Aufschlag macht, sollte sich dessen bewusst sein, dass er damit

• Seinen Gegner überraschen kann, was zum direkten Punktgewinn führt
• Sein Gegner diesen richtig antizipiert und hart angreift, was zum direkten Punktgewinn für ihn führt

Die folgende Übung trainiert den langen Aufschlag, die Reaktion auf den langen Aufschlag von dem Spieler, der diesen zurückschlägt und die Reaktion auf einen harten Rückschlag, wenn der Returnspieler den Ball richtig antizipiert.

Spieler 1 (unten) macht einen langen Aufschlag auf Spieler 2, der sich in der Zeichnung oben befindet. Dieser Aufschlag kann entweder in die Vorhand gespielt werden (1a) oder er wird in die Rückhandseite gespielt (1b). Spieler 2 muss dies antizipieren. Seine Aufgabe ist es den nächsten Ball möglichst hart mit einem Topspin anzugreifen. Im Fall der Aufschlag wurde mit der Variante 1a parallel gespielt, antwortet Spieler 2 mit einem diagonalen harten Topspin (2a). Im Fall der Aufschlag wurde diagonal gespielt antwortet Spieler 2 mit einem parallelen harten Topspin (2b).

Kurzbeschreibung der Übung

• Langer Aufschlag entweder in die Vorhand (1a) oder in die Rückhand (2a)
• Je nachdem welcher Ball vorher gespielt wurde – Topspin diagonal (2a) oder Topspin parallel (2b)
• frei

Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langem Aufschlag – Teil 1

Der lange Aufschlag fällt unter die Kategorie Platzierung unter den bereits erklärten PTRF-Effekten. Unter langen Aufschlägen sind wirklich nur die Aufschläge zu verstehen, die auf die Grundlinie, unmittelbar vor dem Ende des Tisches das zweite Mal aufkommen.

Wann werden lange Aufschläge eingesetzt?

Es gibt Spieler, die nahezu ausschließlich lange Aufschläge einsetzen. Werden diese Aufschläge in der Vertikalen abwechslungsreich verteilt und mit verschiedenen Schnittarten versehen, so kann es vor allem in unteren Ligen zu einer echten Waffe werden.

Je höher die Spielklasse ist, umso größer ist die Gefahr hingegen, dass der Gegner einen langen Aufschlag direkt angreift. Der Aufschlag kann dann so schnell sein, wie er will und total viel Schnitt im Ball sein, die besten Tischtennisspieler stellen sich darauf ein und hauen einem die langen Aufschläge direkt um die Ohren.

Was bedeutet dies nun? Lange Aufschläge komplett weglassen? Nein! Abwechslungsreich eingesetzt sind sie trotzdem wirksam – auch bei den Profis. Das Verhältnis kurzer zu langer Aufschlag sollte dann zwar nicht 1:2 oder gar 1:1 sein, aber 1-2 Mal pro Satz ist dies durchaus eine wirksame Taktik.

Übungen mit langem Aufschlag und passivem Rückschlag

Wie bereits angedeutet, ist die sinnvollste Variante einen langen Aufschlag einzusetzen diese, ihn als Überraschungsaufschlag zu nutzen. Die meisten Spieler stellen sich vor der Aufschlagannahme so hin, dass sie weit in der Rückhand stehen, damit die Vorhand einen möglichst großen Raum des Tisches abdecken kann.

Sie erwarten einen kurzen Aufschlag, falls er etwas zu lang gerät versuchen sie diesen sofort anzugreifen. Als Überraschungsball in Form eines langen Aufschlags ist es somit sinnvoll diesen lang in die Vorhand oder lang in die Rückhand zu platzieren. Bei der folgenden Übung wird der Ball lang in die Rückhand gespielt.

Spieler 1 (unten) macht einen langen Aufschlag in die Rückhand von Spieler 2 (oben). Wie im Punktspiel variierter er bei jedem Aufschlag den Schnitt. Spieler 2 schupft den Ball anschließend in die Rückhand zurück (2). Der letzte vorgegebene Schlag ist der Ball Nummer 3, welcher mit Vorhand Topspin in die Vorhand von Spieler 2 gespielt wird.

Variationen:

• Topspin (3) so hart wie möglich
• Schupf (2) mit viel Unterschnitt; Ball (2) mit wenig Schnitt zurückspielen
• Ball (2) zurückkontern
• Aufschlag (1) mit Seitschnitt, Unterschnitt, Oberschnitt

Kurzbeschreibung der Übung

• Langer Aufschag (1)
• Langer Rückschlag (2)
• Paralleler Topspin (3) mit der Vorhand
• frei

Matthias Bormann