Archiv für den Monat: April 2014

Trainingsübungen mit kurzem Aufschlag in die Vorhand – Teil 2

Im ersten Teil wurde auf einige Besonderheiten beim kurzen Aufschlag in die Vorhand eingegangen. Nun wird eine Trainingsübung vorgestellt.

Kurzer Aufschlag mit langem Rückschlag

Im Folgenden wird eine Trainingsübung beschrieben, die den kurzen Aufschlag in die Vorhand und die anschließende Spieleröffnung mit einem Vorhand Topspin schult. Ein derartiger Spielbeginn kommt im Punktspiel recht häufig vor und sollte stets zu einem Punktgewinn des aufschlagenden Spielers führen, da diese Bewegungsabläufe häufig trainiert werden.

Spieler 1 (unten) beginnt die Übung mit einem kurzen Aufschlag (1) in die Vorhand von Spieler 2(oben). Der Rückschläger (Spieler 2) returniert den Ball diagonal in die Vorhand (2) des aufschlagenden Spielers. Kommt diese Art Spieleröffnung im Punktspiel vor, so freut sich jeder, dessen starke Seite die Vorhand ist. Es erfolgt ein diagonaler Vorhand Topspin in die VH des Gegners (3). Dieser Topspin kann ruhig hart geschlagen werden, wenn der Ball gut steht.

Generell gilt der Topspin als ein Vorbereitungsschlag, jedoch sollte man diesen umso härter schlagen, je besser man zum Ball steht.

Kurzbeschreibung der Übung

• Kurzer Aufschlag von Spieler 1 in die Vorhand
• Langer Rückschlag von Spieler 2 in die Vorhand
• Topspin diagonal
• frei

Variationen der Übung

Die oben genannte Übung lässt sich natürlich generell mit verschiedenen Platzierungen und diversen Überraschungsmomenten variieren. Bei fortgeschrittener Spielstärke ist es zum Beispiel möglich die Anweisung zu geben, dass ab und zu ein langer Aufschlag eingestreut wird. Das Verhältnis sollte 90 zu 10 sein. D.h. 90 % der Aufschläge kommen kurz, so wie die Übung auch beschrieben ist und 10 % der Aufschläge werden lang gespielt. Der Gegner soll immer hellwach sein und darauf reagieren.

Weitere Möglichkeiten sind:

• Flip als Return
• Gegentopspin als Antwort auf den parallelen Topspin (2)
• Aufschlag ab und zu kurz zurücklegen
• Topspin (2) nicht immer diagonal, sondern ab und zu parallel spielen

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit kurzem Aufschlag in die Vorhand – Teil 1

Die wenigsten Tischtennisspieler eröffnen häufig mit einem Aufschlag in die Vorhand. Wenn doch, so sollte man diesen zumindest zu 90% kurz gestalten, damit der Gegner nicht sofort mit einem Vorhand Topspin agieren kann.

Taktische Hinweise zum kurzen Aufschlag in die VH

Da so wenige Spieler ständig einen kurzen Aufschlag in die Vorhand spielen, ist dies natürlich auch eine große Chance. Die meisten haben nämlich genau bei diesen Aufschlägen eine gewisse „Annahmeschwäche“. Beherrscht man den kurzen Aufschlag in die VH mit und ohne Schnitt, oder gar mit Seit- oder Oberschnitt, so wird es extrem unbequem, da auch der Rückschlag kaum im Training trainiert wird.

Ein Spieler, der diese Art Aufschlag nahezu perfekt beherrscht, ist Miroslav Cecava. Der Tscheche, arbeitete bereits als Trainer für die Tschechische Nationalmannschaft und eine Zeit lang sogar als Trainer von Timo Boll. Folgendes Video offenbart auszugsweise die Qualität seines Aufschlags.

Kein geringerer, als M. Appelgren hat mit diesem Service einige Probleme.

Was bedeutet dies für den Breitensport

Auch wenn es jedem Einzelnen schwer fällt. Das Aufschlagtraining sollte in jedes Training integriert werden. Zum einen müssen Sicherheitsaufschläge immer beherrscht werden. Zum anderen sollten auch Risikoaufschläge mit noch mehr Rotation trainiert werden. Je nach Spielsituation obliegt die Anwendung einem jeden Tischtennisspieler selbst.

Der kurze Aufschlag in die Vorhand ist, bei guter Beherrschung eine Geheimwaffe. Das Einstudieren dieses Aufschlags mit verschiedenartigen Spinvarianten lohnt sich auf jeden Fall, denn die wenigsten beherrschen die Annahme.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit kurzem Aufschlag in die Rückhand – Teil 3

Im dritten Teil der Serie „Übungen mit kurzem Aufschlag in die Rückhand“ soll es nun um die Varianten des Rückschlags gehen.

Kurzer Aufschlag des Gegners – was nun?

Die meisten Tischtennisspieler beginnen ihr Spiel mit einem kurzen Aufschlag. Die meisten platzieren diesen so, dass er in die Rückhand des Gegners kommt und der Ball mit Rückwärtsrotation versehen ist.

Der Hintergrund ist simpel: Der Aufschlag dient der Vorbereitung der eigenen Spielstrategie. Die meisten Rückschläger schupfen den Ball zurück in die Rückhand. Von dort aus kann man „bequem“ angreifen. Aber aus Sicht des Rückschlägers ist dies schlecht, weil man sehr schnell in Bedrängnis gerät.

Das Ziel sollte es sein auch beim Aufschlag – Rückschlag sehr variantenreich zu agieren. Dies bedeutet konkret, dass der Aufschlag nicht immer stupide lang zurück geschupft werden sollte. Mögliche Rückschlagvarianten auf einen kurzen Aufschlag in die Rückhand sind:

• Kurz zurücklegen in die VH oder in die RH
• Lang zurück schupfen (dies möglichst mit viel Unterschnitt)
• Den Aufschlag Flippen!

Der Flip – ein trickreicher Schlag, der wohl bedacht eingesetzt werden sollte

Der Rückhand Flip ist ein Schlag, den nicht jeder Tischtennisspieler beherrscht. Er dient der Spieleröffnung, vor allem auf schnittlose oder überschnittene Aufschläge. Beherrscht man die Technik perfekt, so ist es auch möglich viele unterschnittene kurze Aufschläge mittels Flip direkt anzugreifen.

Wie immer ist es auch bei diesem Schlag wichtig ihn variantenreich einzusetzen. Mal in die VH, mal in die Rückhand, je nachdem, wie der Gegner zum Ball steht. Außerdem sind sehr viel Feingefühl und das richtige Timing gefragt. Der Ball sollte möglichst am höchsten Punkt nach dem Absprung auf der eigenen Tischhälfte getroffen werden. Bei der Bewegung ist es wichtig sein Handgelenk mit einzusetzen.

Die zuvor in Teil 2 der Reihe „Trainingsübungen mit kurzem Aufschlag in die Rückhand“ benannte Übung lässt sich genauso mit einem Flip als Eröffnungsschlag trainieren. Im Punktspiel legen die meisten TT Spieler den Ball nur zurück und der Gegner kann anschließend machen was er will. Der Flip ist ein Überraschungsschlag, der gerade bei knappen Spielen den entscheidenden Vorteil bringen kann und somit über Sieg- und Niederlage entscheidet.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit kurzem Aufschlag in die Rückhand – Teil 2

Nach dem ersten einleitenden Artikel zum Thema Aufschlag in die Rückhand geht es nun darum konkrete Trainingsübungen vorzustellen, die zum Einen üben, wie man den Gegner anspielt, zum Anderen aber auch schulen, wie man als Rückschläger darauf reagiert.

Kurzer Aufschlag in die Rückhand

Zunächst stellt sich die Frage – Was ist überhaupt ein kurzer Aufschlag? Viele Kinder- und Jugendliche wissen dies nicht, denken, sie machen einen kurzen Aufschlag, sollten aber lernen diesen noch viel kürzer zu machen.

Nun die Antwort: Ein kurzer Aufschlag sollte mindestens drei Mal auf der Tischhälfte des Gegners aufkommen. Im Optimalfall ist in dem Aufschlag soviel Rückwärtsrotation, das der Ball auf dem Tisch liegenbleibt bzw. in Richtung des Netzes rotiert.

Übung mit Aufschlag in die Rückhand

Ein kurzer Aufschlag in die Rückhand ist immer der Anfang für die folgende Übung. Spieler 1 (unten) spielt diesen mit Unterschnitt oder schnittlos in das gestrichelte Feld (siehe Zeichnung „1“). Spieler 2 (oben) returniert diesen Aufschlag mit einem langen Schupfball in die Rückhand von Spieler 1.

Diese Art der Spieleröffnung kommt im Punktspiel ständig vor. Deutlich über 50 % der Breitensportler spielen den Aufschlag lang zurück in die Rückhand, weil sie davon ausgehen, dass die RH die schwächere Seite des Gegners ist. Nach dem Schupfball von Spieler 2 greift Spieler 1 diagonal mit einem Topspin an (3). Wenn er flink genug auf den Beinen ist, so zieht er mit der Vorhand an. Wer den Rückhand Topspin beherrscht kann diesen anwenden.

Nach diesem Schema ist die Übung „frei“. D.h. der Punkt wird ausgespielt.

Kurzbeschreibung der Übung

• Kurzer Aufschlag von Spieler 1 in die RH von Spieler 2
• Langer Schupfball von Spieler 2 auf die RH von Spieler 1
• Topspin diagonal mit Vor- oder Rückhand
• frei

Autor: Matthias Bormann