Archiv für den Monat: Juni 2014

Trainingsübungen mit Aufschlägen auf die VH – Teil 3

Ähnlich wie bei der vorangegangenen Übung soll die Spieleröffnung mit einem Seitenschnittaufschlag in die Vorhand trainiert werden. Diese Variante schult zum einen die Aufschlagannahme bei Anspielpunkten, die nicht so häufig üblich sind. Zum Anderen wird vom Aufschläger eine neue taktische Variante einstudiert.

Kurzer Aufschlag in die Vorhand, Rückschlag als Flip

Das Risiko eines Seitschnittaufschlags in die Vorhand besteht, dass der gegnerische Spieler diesen Flipt. Dadurch, dass der Aufschlag so platziert wird, dass er mindestens zwei Mal auf der Tischhälfte des Gegners aufkommt, wird vermieden, dass er Topspin ziehen kann.

Was jedoch bei gut beherrschter Technik geht, ist die Spieleröffnung mit einem Flip, auf den man gefasst sein muss.

Spieler 1, der sich auf der folgenden Zeichnung unten befindet, beginnt mit einem kurzen Aufschlag mit Seitschnitt (1) in die Vorhand von Spieler 2 (oben). Spieler 2 beantwortet den Aufschlag mit einem Flip in die weite Vorhand (2). Dieser Ball wird mit einem Topspin parallel (3) beantwortet. Danach ist die Übung frei, es versuchen beide Trainingspartner den Punkt zu erzielen.

Nach dem Vorhand Flip sollte Spieler 2 beachten, dass er den Topspin, der auf den Flip folgt nicht zu zeitig ansetzt. Dies führt häufig dazu, dass der Ball im Netz landet. Die sichere Variante ist, dass man den Ball länger ausspringen lässt. Dadurch ist mehr Zeit zur Verfügung und man kann den Schlag konzentrierter angehen.

Kurzbeschreibung

kurzer Aufschlag mit Seitschnitt (1) von Spieler 1 (unten)
Return mittels Vorhand Flip (2) von Spieler 2 (oben)
Vorhand Topspin (3) parallel von Spieler 1
frei

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit Aufschlägen auf die Vorhand – Teil 2

Die meisten Tischtennisspieler spielen ihre Aufschläge gezielt auf die schwächere Seite ihres Konkurrenten. Diese ist bei den meisten die Rückhand. Oft gerät dabei völlig in Vergessenheit, dass der Aufschlag in die Vorhand auch sehr unangenehm sein kann.

Kurzer Aufschlag in die Vorhand, langer Rückschlag

Bei der folgenden Übung handelt es sich um eine Spielsituation, die in vielen Punktspielen eintritt. Es wird ein kurzer Aufschlag, ein langer Rückschlag mit Unterschnitt und der Eröffnungstopspin trainiert.

In der folgenden Zeichnung ist der sich unten befindende Spieler der Aufschläger (Spieler 1). Spieler 2 returniert den Ball und befindet sich in der Abbildung oben.

Die Besonderheit der Übung ist, dass der erste Ball, der Aufschlag, mit Seitenrotation in die Vorhand von Spieler 2 gespielt wird (1). Dies ist mit unter sehr unangenehm für den Gegner. Der Aufschlag sollte so platziert werden, dass er mindestens 2 Mal auf der Tischhälfte des Gegners aufkommt. Dadurch wird verhindert, dass er mit Topspin angreift.

Der Rückschlag erfolg in die Mitte (2) mit der Schlagtechnik Schupf. Von dort ausgehend wird Topspin in die Vorhand gespielt (3). Im Anschluss ist die Übung frei, d.h. das beide Spieler den Punkt ausspielen sollen.

Kurzbeschreibung

• Kurzer Aufschlag (1) mit Seitenschnitt von Spieler 1
• langer Rückschlag (2) mit Unterschnitt von Spieler 2
• Topspin auf Vorhand (3) von Spieler 1
• frei

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langem Aufschlag in die Vorhand – Teil 1

Im Anschluss an die Übungsreihe mit langen Aufschlägen auf die Rückhand, sollen nun Aufschläge in die Vorhand und die Reaktion auf diese Variante trainiert werden.

Lange Aufschläge in die Vorhand – Prinzipielle Überlegungen

Generell sollten lange Aufschläge in die Vorhand eher selten eingesetzt werden. Vielmehr ist dies eine Variante, die man einsetzen kann, um den Gegner zu überraschen. Bei den meisten Tischtennisspielern ist die Vorhand die „stärkere“ Seite.

Sobald ein Aufschlag langsam und lang, oder halblang auf die Vorhand gespielt wird, setzen sie diese ein und spielen einen Topspin, der oftmals zum Erfolg für sie führt. Daher gilt es allgemein, dass man wenn überhaupt eher kurze Aufschläge in die Vorhandseite machen sollte. Als Überraschungsaufschlag würde ich behaupten ist ein Verhältnis von 10 zu 90 % bezogen auf die Satzdauer sinnvoll.

Wie kann man lange Aufschläge variieren?

Auch bei langen Aufschlägen in die Vorhand sind die sog. PTRF-Effekte entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg. Außerdem sollte die Bewegungsausführung nicht zu offensichtlich erfolgen. D.h. jeder Spieler sollte sich in der Ausgangsstellung so hinstellen und die Schlagausführung so beginnen, als ob er einen „normalen“ kurzen Aufschlag ausführen will.

Erst im letzten Moment erfolgt die Schlagbewegungsanpassung so, dass der lange Aufschlag möglich wird. Dabei gilt: Geschwindigkeit vor Effet!!

Wie aus vorangegangenen Berichten bekannt ist bei den Aufschlägen auf Platzierung, Tempo, Rotation und Flugkurve zu achten. Bei langen Aufschlägen – vor allem in die VH – ist das Tempo die wichtigste Komponente. Warum? Ganz einfach, weil es auf den Überraschungseffekt ankommt und dieser umso größer wird, je schneller der Ball fliegt.

Ein langsamer Unterschnittaufschlag in die Vorhand ziehen die meisten Tischtennisspieler direkt an. Sie warten regelrecht auf einen missglückten kurzen Aufschlag, der etwas länger geraten ist, um diesen ihren Gegner um die Ohren zu hauen. Wichtig ist auch die Platzierung. Ein geplanter langer Aufschlag in die Vorhand sollte auch wirklich lang auf die Grundlinie der Vorhand kommen und nicht zu nah an die Tischmitte. Dort muss sich der Gegner kaum hinbewegen und kann leichter angreifen, als wenn er noch einen Sidestep nach rechts machen muss.

Autor: Matthias Bormann

Teil 3 – Trainingsübungen mit langem Aufschlag in die Rückhand

In Teil Nummer drei der Übungsserie mit langen Aufschlägen in die Rückhand, soll es nun darum gehen den Aufschlag so zu returnieren, dass der Ball auf die Mitte kommt.

Warum sollte man den Topspin auf die Mitte platzieren?

Die meisten Trainer geben ihren Schülern/ zu trainierenden Personen den Hinweis immer dorthin zu spielen, wo der Gegner nicht steht. Dies ist auch prinzipiell eine gute taktische Variante, da der Gegner sich dann immer erst bewegen muss, bevor er den Ball schlagen kann und so oftmals nicht seine optimale Technik ausüben kann.

Als taktische Variante bietet es sich allerdings an auch ab und zu auf die Mitte, oder noch besser – auf den Bauch zu spielen. Dies hat den Vorteil, dass der Gegner nicht weiß, ob er den Ball nun mit der Vor- oder mit der Rückhand annehmen soll und führt dadurch wiederum bei ihm zu einer Technikanpassung die nicht selten dazu führt, dass er den Ball nicht übers Netz gespielt bekommt.

Langer Aufschlag – Topspin auf die Mitte

Wie die Überschrift schon aussagt, gibt es bei der grundsätzlichen Beschreibung der Trainingsübung nicht viel hinzuzufügen. Spieler 1 und 2 spielen wieder zusammen, sodass Spieler 1 unten und Spieler 2 oben steht. Nach einem langen Aufschlag in die Rückhand (1) von Spieler 1, spielt Spieler 2 einen Topspin (2) auf Tischmitte von Spieler 1.

Dieser Topspin sollte möglichst schnell und genau in die Region des Bauchs bzw. des Ellbogens gespielt werden. Danach ist frei. D.h., dass Spieler 2 die Möglichkeit hat den Block überall hin zu platzieren. Beide Spieler versuchen nun den Punkt zu machen.

Varianten:

• Topspin mit Vorhand
• Topspin mit Rückhand
• Schneller Topspin
• Hoch rotierender Topspin
• Blockvarianten (schnell, langsam, verschiedene Platzierungen)

Kurzbeschreibung der Trainingsübung

• Spieler 1 macht einen langen Aufschlag in die Rückhand (1)
• Spieler 2 spielt Topspin auf die Mitte (2)
• Spieler 1 versucht diesen Ball zu returnieren
• frei

Autor: Matthias Bormann