Archiv für den Monat: Juli 2014

Trainingsübung mit schnellen langen Aufschlägen – Teil 2

Nach der Behandlung der Theorie soll in diesem Artikel nun eine Partnerübung folgen, die einen langen Aufschlag beinhaltet. Die wenigsten Spieler schupfen einen langen Aufschlag zurück. Vielmehr sind die Möglichkeiten des Returns Block, Konter, Schuss oder Topspin.

Wie mache ich einen langen Aufschlag?

Es spielen zwei Komponenten eine wichtige Rolle. Die erste ist der Balltreffpunkt. Während der Ausholbewegung sollte der Ball gerade nach oben geworfen werden. Der Ball sollte dann erst kurz vor dem Aufkommen auf dem Tisch getroffen werden. Dadurch ist eine Voraussetzung geschaffen, dass er nicht zu hoch abspringt.

Auf den flachen Absprung bzw. auf die flache Flugkurve über das Netz sollte bei der Erlernung dieser Aufschlagvariante ebenso geachtet werden. Eine weitere Komponente ist die Geschwindigkeit. Durch eine schnellkräftige Bewegung im Unterarm und gegebenenfalls im Handgelenk wird Tempo erzeugt.

Trainingsübung für schnelle, lange Aufschläge

Bei der folgenden Partnerübung stehen sich zwei Trainingspartner gegenüber. Spieler 1 befindet sich in der Zeichnung unten. Spieler 2 steht oben. Es wird der schnelle, lange Aufschlag in die Rückhand trainiert. Der Fokus bei diesem Aufschlag liegt auf der Platzierung und dem Tempo.

Spieler 1 macht einen langen schnellen Aufschlag in die Rückhand (1). Spieler zwei kontert diesen (nicht zu langsam) parallel in die Vorhand von Spieler 1 (2). Im Anschluss zieht Spieler 1 einen Topspin diagonal (3) in die Vorhandseite von Spieler 2. Danach versuchen beide Spieler den Punkt für sich zu entscheiden. Die Möglichkeiten der Reaktion von Spieler 2 sind Gegentopspin, Block, Schuss, oder Schnittabwehr.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: langer schneller Aufschlag in die Rückhand (1)
• Spieler 2: Konter parallel (2)
• Spieler 1: Topspin diagonal (2)
• frei

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübung mit schnellen langen Aufschlägen – Teil 1

Lange Aufschläge sollten in der Regel auch schnell erfolgen. Es handelt sich dabei um Überraschungsaufschläge, die der Gegner wenn möglich erst im letzten Moment erkennen kann.

Lange Aufschläge trainieren

Eine Trainingsübung für lange schnelle Aufschläge lohnt sich nur dann durchzuführen, wenn man diesen Aufschlag auch beherrscht. Am besten ist es also das Aufschlagtraining in jede Trainingseinheit zu integrieren. Zehn bis fünfzehn Minuten reichen völlig zu.

Als Zeitpunkt für das Aufschlagtraining bietet sich der Beginn oder das Ende des Trainings an. Wenn der Fokus des Trainings auf der Erlernung eben dieser Schlagtechnik liegt, so sollte er auch am Anfang direkt nach der Erwärmung erlernt werden. Am Ende bietet es sich vor allem für sehr engagierte Teilnehmer an. Dies kann auch ohne Anleitung des Trainers geschehen.

Übung für lange Aufschläge

Der Fokus des Trainings von langen Aufschlägen sollte auf der Geschwindigkeit und der Platzierung liegen. Da es sich um eine Variante handelt, die vor allem dazu dient den Gegner auch mal auf dem falschen Fuß zu erwischen, so ist die Rotation im Aufschlag nebensächlich. Das soll nicht heißen, dass jeder lange Aufschlag zwingend ohne Schnitt erfolgen soll. Viel Rotation ist immer ein Vorteil. Es bedeutet lediglich, dass die Komponenten Rotation etwas weiter nach hinten rückt.

Wie trainiert man nun schnelle, lange und gut platzierte Aufschläge? Für die Komponente Platzierung bietet es sich an, sich ein Ziel auf die Tischtennisplatte zu stellen. Ein Plastikbecher reicht hierbei völlig aus. Sinnvolle Anspielpunkte sind die weite Vorhand, die weite Rückhand und die Ellenbogen bzw. Bauchregion. Es handelt sich hierbei um Orte auf den Tischtennistisch, die nur so erreicht werden können, das man sich bewegt.

Wenn sich der Gegner bewegen muss und zudem noch durch eine möglichst ähnliche Schlagbewegung, wie beim kurzen Aufschlag erst kurz vor knapp sieht, dass der Aufschlag schnell wird, so sind die besten Vorraussetzungen für einen direkten Punktgewinn geschaffen.

Autor: Matthias Bormann

Die Variation des Tempos beim Aufschlag

Wie auch generell im Spiel kommt es beim Aufschlag auf die Vielzahl der Varianten an. Nicht nur Rotation und Platzierung sind wichtig, sondern auch die Ausführung des Aufschlags mit unterschiedlichem Tempo.

Möglichkeiten das Tempo zu variieren

Es gibt schnelle und langsame Aufschläge. Aber wie führt man diese aus? Die langsame Variante – egal, ob mit viel oder ob mit wenig Schnitt, sollte jedem klar sein. Besonders empfehlenswert ist dabei der Unterschnittaufschlag. Führt man diesen mit entsprechend langer Flugphase des Balls in der Luft aus (das ist die hohe Kunst wie er z.B. von Hermann Mühlbach ausgeführt wird), so kann man das Spiel noch langsamer machen. Um seinen Kontrahenten aus dem Rhytmus zu bringen, hilft manchmal auch eine längere Konzentrationsphase vor dem Schlag.

Richtig schnelle Aufschläge zu erlernen braucht Zeit. Das wichtigste ist, dass man den Ball erst kurz bevor er auf dem Tisch aufkommen würde schlägt. Dabei sollte man ebenso an eine schnellkräftige Bewegung des Armes und gegebenenfalls auch des Handgelenks denken. Wichtig zu wissen ist auch, dass schnelle Aufschläge nur dann Sinn machen, wenn sie auch richtig lang kommen. Lang bedeutet im Optimalfall auf die weiße Begrenzungslinie des Tischtennistischs.

Gesundes Verhältnis zwischen schnellen und langsamen Aufschlägen

Je höher die Spielklasse ist, umso weniger werden schnelle und lange Aufschläge gemacht. Der Grund dafür liegt in der Schnelligkeit und in der Reaktionsfähigkeit der Gegner. Viele Spieler erreichen selbst dies Überraschungsaufschläge (90% der Aufschläge werden kurz gemacht) und können direkt zum Angriff übergehen.

Das angegebene Verhältnis von 90 zu 10 ist in vielen Spielklassen üblich. Im Kreis neigen jedoch einige Spieler dazu fast nur lange Aufschläge zu machen. Sobald sie gegen stärkere Gegner spielen und die ihre Aufschläge alle angreifen, wissen sie aber was sie verbessern können. Auch auf Kreisebene sollte das Verhältnis so ausfallen, dass die Mehrzahl der Aufschläge kurz ausgeführt wird. Kurz bedeutet, dass der Ball mindestens 2 Mal auf der gegnerischen Tischhälfte aufkommt.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit Aufschlägen auf den Bauch – Teil 2

Nicht immer erkennt der Gegner sofort, dass ein Aufschlag lang genug kommt, um ihn anzuziehen. Dies ist ebenso ein Vorteil des “Aufschlags auf den Bauch”. Wenn er zu spät erkannt wird, so wird der Rückschlag oftmals nur als Schupf, von vielen sogar halbhoch zurückgespielt.

Aufschlag auf den Bauch – wenn der Gegner zurückschupft

Der Aufschlag auf den Bauch sollte nicht zu häufig angewendet werden. Wie bereits erwähnt, ist die Gefahr da, dass der Gegner direkt angreift. Die Übung von letzter Woche zielte genau darauf ab, diesen Fall zu berücksichtigen.

Die Aufschlagvariante sollte in einem Verhältnis von 1:5 oder sogar nur 1:7 angewendet werden. Ebenso sollten lange Aufschläge nicht zu häufig eingesetzt werden, es sei denn, man spielt gegen Abwehrspieler, dann ist es ein gängiges Mittel.

Wie regiert man nun auf einen Schupfball nach diesem Aufschlag? Ganz einfach – angreifen. Topspin oder Schuss ist die Devise. Dadurch, dass der Ball halblang kommt, ist es für den Gegner extrem schwer (bei Oberschnitt noch schwerer, als bei Unterschnitt) diesen Aufschlag kurz hinter das Netz zurückzuspielen.

Halblange Aufschläge möglichst mit viel Seit- oder Oberschnitt spielen

Dadurch, dass diese Aufschlagvariante als Überraschungsaufschlag gedacht ist, der so lang kommt, dass der Gegner bei richtiger Antizipation angreifen wird, könnt ihr alles an Schnitt reinlegen, was ihr zur Verfügung habt.

Was nützt ein Aufschlag auf den Bauch mit Unterschnitt? Nichts. Euer Gegner hat es umso leichter euch den Ball um die Ohren zu hauen. Daher ist es sinnvoll so viel Seit- oder Oberschnitt einzubauen, wie es nur geht. Es ist ein Risikoaufschlag – ja, aber nicht selten führt er direkt zum Punktgewinn.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit Aufschlägen auf den Bauch – Teil 1

Nachdem bereits mehrere Aufschlagvarianten besprochen wurden, soll die folgende ein weiteres taktisches Mittel darstellen – Aufschläge auf den Bauch.

Taktisches Mittel: Aufschlag auf den Bauch

Es handelt sich dabei um eine Aufschlagvariante, die überwiegend durch einen seitlich rotierenden Ball zustande kommt, der sich in der letzten Phase auf den Körper des annehmenden Spielers bewegt.

Warum sollte dieser Schlag eingesetzt werden? Ganz einfach, weil er den Gegner dazu zwingt sich zu bewegen. Sollte er beim Rückschlag stehen bleiben, so befindet sich der Schlagarm in einem ungünstigen Winkel, um einen effektiven Rückschlag ausführen zu können. Oftmals – wenn diese Variante nur ab und zu eingesetzt wird, führt es dazu, dass der Gegner den Ball hoch zurückspielt oder gar neben den Tisch platziert, was den direkten Punktgewinn bedeutet.

Das Risiko dieses Aufschlags ist, wie auch bei langen Aufschlägen, dass der Aufschlag direkt angegriffen wird.

Trainingsübung zum Aufschlag auf den Bauch

Es trainieren wieder zwei Spieler zusammen. Spieler 1 (in der Zeichnung unten) und Spieler 2 (in der Zeichnung oben). Es wird der Seitschnittaufschlag auf den Bauch trainiert. Spieler 1 führt diesen aus (1). Spieler zwei muss beim Return äußerst konzentriert zu Werke gehen. Er muss sich zwingend in Richtung der Rückhand bewegen, da er sonst schlecht zum Ball steht.

Der Rückschlag wird als Vorhand Topspin in die Vorhand (2) von Spieler 1 ausgeführt. Spieler 1 blockt diesen Topspin diagonal sodass Spieler 2 einen sehr weiten Weg zu absolvieren hat.

Um diesen Ball zu erreichen sollte er die Beinarbeitstechnik Sidejump anwenden. Der Punkt wird direkt ausgespielt, d.h. Spieler 2 sollte wenn möglich von dort aus wieder einen Topspin spielen, um weiter in der Offensive zu bleiben.

Kurzbeschreibung

• halblanger Aufschlag auf den Bauch (1)
• Topspin diagonal bzw. Topspin in die Vorhand (2)
• Block diagonal
• frei

Autor: Matthias Bormann