Archiv für den Monat: August 2014

Trainingsübungen mit langen Seitenschnittaufschlägen – Teil 1

Bei den Seitenschnittaufschlägen gibt es die Varianten links- und rechtsrotierend. Bei rechtsrotierenden Aufschlägen springt der Ball vom Schläger nach links weg, wenn der annehmende Spieler diesem Schnitt nicht entgegenwirkt. Bei linksrotierenden Aufschlägen springt der Ball nach rechts weg.

Die Position beim Ausführen des Aufschlags

Der überwiegende Teil der Tischtennisspieler ist Rechtshänder. Von den Tischtennis spielenden Personen ist bei den meisten die Vorhand stärker, als die Rückhand.

Demzufolge sollte versucht werden, dass die starke Seite nach dem Aufschlag eingesetzt werden kann. Um dies zu gewährleisten, bedienen sich viele Spieler einem psychologischen Mittel. Sie führen Aufschläge aus, bei denen sie auf der Rückhandseite stehen. Dadurch wird dem Gegner suggeriert “die weite Vorhand ist frei – dort sollst du hinspielen”.

Das das nicht immer klappt ist klar, aber auch beim Rückschlag auf die Rückhand ist es einfacher die Vorhand zu umlaufen.

Lange Aufschläge mit Rechtsrotation

Von der Position am Rande der linken Tischhälfte ausgehend werden am häufigsten Aufschläge von Rechtshändern ausgeführt. Um einen schnellen, langen Aufschlag mit Rechtsrotation auszuführen, sollte der Ball mit maximaler Beschleunigung möglichst seitlich gestriffen werden.

Bei langen Aufschlägen ist es einfacher viel Seitenschnitt zu erzeugen, als bei kurzen. Die Gefahr ist, dass der gegnerische Spieler diese antizipiert, sich gut zum Ball stellt und selbst direkt angreift. Durch den Seitschnitt, ist es allerdings komplizierter. Dieser Schnitt muss zusätzlich zur Komponente Geschwindigkeit und Platzierung berücksichtigt werden, sodass lange Seitschnittaufschläge zu einer gefährlichen Alternative im Aufschlagspiel werden können.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langen Unterschnittaufschlägen – Teil 2

Nachdem die Theorie vergangene Woche abgehandelt wurde, kommt nun eine konkrete Trainingsübung. Dabei geht es vor allem darum auf den Rückschlag des Gegners einzugehen.

Übungsbeispiel für Übungen mit langem Unterschnittaufschlag

Bei langen Unterschnittaufschlägen gibt es zwei Varianten des Returns. Den Angriff mittels Topspin oder das zurücklegen mit einem Schupfball. Die folgende Übung geht auf die erste Variante ein. Sie schult zum Einen die Verbesserung des eigenen Aufschlags, zum Anderen den Umgang mit einem angegriffenen Ball nach einem langen Aufschlag mit viel Unterschnitt.

Ein Tipp vorneweg: Durch den hohen Anteil Vorwärtsrotation (Topspin) kann es passieren, dass der Blockball weit über den Tisch hinweg springt. Um diesem Effekt entgegen zu wirken, muss der Schläger mehr zu gemacht werden. Dies bedeutet, dass die Schlägerspitze mehr in Richtung Netz gehalten werden muss.

Langer Unterschnittaufschlag Angriff mit Topspin

Die Überschrift erklärt bereits die Spieleröffnung. Da es sich um eine Partnerübung handelt, spielen zwei Trainingspartner zusammen. Spieler 1 befindet sich unten (in der Zeichnung). Sein Trainingspartner (Spieler 2) spielt oben.

Spieler 1 beginnt mit dem besagten Unterschnittaufschlag (1), der möglichst lang in die Rückhandseite von Spieler 2 gespielt werden soll. Von dort aus spielt Spieler 2 einen Topspin diagonal (2). Dieser Topspin sollte mit viel Rotation gespielt werden. Gesetz dem Fall euer Trainingspartner spielt nur wenig Unterschnitt ein, so kann der Ball auch härter geschlagen werden. Generell darf der Topspin sowohl mit der Vorhand, als auch mit der Rückhand gespielt werden. Spieler 1 blockt den Topspin im Anschluss parallel (3). Danach wird der Punkt ausgespielt.

Tipp: Der Block 3 darf ruhig etwas härter gespielt werden. Der Vorteil eines Aufschlags mit viel Unterschnitt ist, dass der Gegner ihn in der Regel nicht so hart und schnell anziehen kann. Vielmehr setzt er auf viel Rotation und eine hohe Ballflugkurve. Durch diesen Gewinn an Zeit durch die hohe Ballflugkurve kann man zur Konzentration nutzen und schließlich einen harten Blockball parallel ansetzen.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: langer Unterschnittaufschlag (1)
• Spieler 2: Topspin diagonal mit viel Schnitt und hoher Ballflugkurve (2)
• Spieler 2: Block parallel (3)
• frei

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langen Unterschnittaufschlägen – Teil 1

Auch lange Unterschnittaufschläge können eine taktische Variante sein, die man ab und zu – vor allem in unteren Ligen einsetzen kann.

Zielstellung bei langen Unterschnittaufschlägen

Generell dienen Unterschnittaufschläge dazu, dass der Gegner nicht sofort angreifen kann. Sie sollen dazu dienen, dass er zurück schupft, sodass der eigene Angriff im Anschluss erfolgen soll.

Unterschnittaufschläge werden mit vielen verschiedenen Varianten sowohl in den Kreisligen, als auch im Bezirk oder auch in der Bundesliga eingesetzt. In Kreisligen wird im Anschluss an diese Bälle oft mehrmals passiv gespielt, je höher die Ligaangehörigkeit ist, umso eher wird versucht anzugreifen – meist mit einem Topspin.

Im Optimalfall erkennt der Gegner den Unterschnitt nicht oder schätzt ihn nicht so stark ein, dann landet der Ball im Netz, was zu einem direkten Punktgewinn führt. Wenn der Unterschnittaufschlag lang ausgeführt wird, so besteht die Gefahr, dass der Gegner mit einem Topspin der Rückwärtsrotation entgegenwirkt und durch eine noch höhere Vorwärtsrotation den Ball übers Netz befördert.

Der Vorteil eines langen Unterschnittaufschlags ist, dass der Gegner dem starken Schnitt nur mit viel Rotation entgegenwirken kann. Ein zu starkes Tempo führt zu hohem Risiko und somit bei geringfügig falscher Schlagausführung zum Landen des Balls im Netz. Einer hoher Rotation kann man beim Rückschlag entgegenwirken, indem der Schläger “zu gemacht” wird. Bei hohem Tempo, wie es bei Oberschnittaufschlägen zu erwarten ist, hilft nur eine gute Reaktionsfähigkeit.

Platzierung langer Unterschnittaufschläge

Wie auch generell bei langen Aufschlägen ist es sinnvoll die Grundlinie anzuvisieren. Bei extremer Rückwärtsrotation ist es auch möglich einen guten Aufschlag durch halblange Bälle zu erzeugen, die zum Angreifen verleiten und somit zum direkten Punktgewinn führen können, sollte der viele Unterschnitt unterschätzt werden.

Man muss sich in diesem Fall immer bewusst sein, dass der Gegner auch angreifen kann. Mögliche Reaktionen auf den Angriffsball mit viel Topspin sind:

• Block (Achtung Schläger zu machen, da viel Vorwärtsdrall im Ball ist)
• Gegentopspin
• Schuss
• Schnittabwehr (von Defensivspielern bevorzugt)

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübung mit schnellen langen Aufschlägen – Teil 3

Schnelle und lange Aufschläge sind Chance und Risiko zugleich. Bei zu langsam ausgeführten oder zu klar zu antizipierenden Aufschlägen besteht eine große Gefahr, dass sie vom Gegner angegriffen werden.

Nahezu identische Bewegung schaffen

Im Optimalfall sieht die Aushol- und die Schlagbewegung bei kurzen und langen Aufschlägen genau gleich aus. Dies ist trainierbar. Kommt die Komponente Tempo noch hinzu, so wird es noch komplizierter.

Im letzten Moment der Schlagphase müsste dann ein Handgelenkeinsatz oder eine schnellkräftige Bewegung aus dem Unterarm folgen.

Um derartige Feinheiten zu trainieren, ist es sinnvoll, wenn man sich bei der Ausführung des Aufschlags sieht. Dies wäre entweder durch einen Spiegel oder durch eine Videoanalyse denkbar. Auch sollte man generell bei schnellen Aufschlägen versuchen keine Signale mit den Augen oder mit dem Körper zu liefern, die dem Gegner die Antizipation erleichtern.

Langer Aufschlag in Vor- oder Rückhand

Die folgende Übung bezieht aus Sicht des Aufschlägers mehrere Platzierungskomponenten mit ein. Aus Sicht des Rückschlägers ist Reaktionsfähigkeit und Antizipation gefragt.

Spieler 1, der sich in der Abbildung unten befindet, spielt einen langen, schnellen Aufschlag in die Vorhand oder in die Rückhand (1a bzw. 1b). Die Aufgabe von Spieler 2 (in der Zeichnung oben) ist es diesen mit der Vorhand anzugreifen. Dieser Vorhand Topspin wird in die Vorhand von Spieler 1 geschlagen (2a oder 2b).

Danach erfolgt ein Block, der von Spieler 1 beliebig variiert werden kann. Beide Spieler sollten nun versuchen den Punkt für sich zu entscheiden. Die Übung geht auf die Variante ein, dass der lange Aufschlag erahnt wird und soll die Bereitschaft schulen, auch bei langen Aufschlägen immer hellwach zu sein und die gegnerische Aktion vorherzusehen.

Da beide Aufschläge (1a und 1b) mit der Vorhand mittels Vorhand Topspin angegriffen werden sollen, muss Spieler 2 sich zwingend bewegen und so zum Ball stellen, dass er den optimalen Winkel zum Topspin ziehen ermöglichst.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: langer Aufschlag in Vor- oder Rückhand (1a oder 1b)
• Spieler 2: Vorhand Topspin in Vorhand (2a oder 2b)
• Spieler 1: Block über den ganzen Tisch verteilt
• frei

Autor: Matthias Bormann