Archiv für den Monat: September 2014

Die Variation der Ballflugkurve beim Aufschlag

Ausgehend von den PTRF Effekten, den entscheidenden Variationsmöglichkeiten beim Aufschlag und generell jedem Ball im Tischtennis, wirkt die Ballflugkurve auf den ersten Blick als nicht so wichtig.

Variation der Ballflugkurve zur Verunsicherung des Gegners – Die Wurfhöhe

Es stellt sich zurecht die Frage – wie kann man die Ballflugkurve bei Aufschlägen variieren?

Zunächst geht es bei den Regeln los. Hierbei ist es wichtig, dass der Ball aus der flachen Hand gerade nach oben geworfen werden muss. Dabei darf kein Körperteil diesen verdecken. Des weiteren muss er mindestens bis ungefähr Netzhöhe nach oben geworfen werden.

Diese Mindestangabe ist eine Möglichkeit hinsichtlich der Ballflugkurve eine Variation hinein zu bringen. Mit einem unterschiedlich hohem Ballwurf ist es möglich seinen Gegner zu verwirren. Möglicherweise schaut er sogar dem Ball immer nach, blickt dabei in ein Licht und wird dadurch irritiert.

Durch die scheinbar extrem lange Zeit, wie der Ball unterwegs ist, stellen sich viele Spieler auf diesen “Rhythmus” ein. Dies führt dazu, dass eigentlich ein kurzer Aufschlag erwartet wird. Führt man diesen dann kurzfristig z.B. durch eine schnelle Handgelenksbewegung schnell aus, so kann dies zu einem guten taktischen Mittel werden.

Variation der Ballflugkurve zur Verunsicherung des Gegners – Der Ballabsprung

Die Ballflugkurve kann ebenso während des Schlages geschehen. hierbei kann die Kurve infolge der Rotation links oder rechts herum gehen. Der Ball kann flach übers Netz gespielt werden. Dies empfiehlt sich sogar in der Regel. Sobald die Flugkurve höher wird, hat der Gegner die Chance den Ball direkt zu schießen. Und der Ball kann hoch über das Netz gespielt werden (i. d. R. nicht zu empfehlen).

Den Ball hoch über das Netz zu spielen und trotzdem einen sehr effektiven Aufschlag zu generieren ist möglich, erfordert aber viel Training. Die Kunst liegt darin, den Ball so zu spielen, dass der Gegner im ersten Moment denkt, dass der Ball über den Tisch hinweg fliegt. Durch einen hohen Absprung, wie er beispielsweise bei Kick-Aufschlägen im Tennis ausgeführt werden kann, wird dies gewährleistet.

Der Ball sollte dabei quasi in hohem Bogen über das Netz fliegen, um schließlich kurz vor der Grundlinie oder besser noch genau auf der Grundlinie aufzukommen.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langen Seitenschnittaufschlägen – Teil 4

Nach der Theorie folgt die Praxis. Das Training derartiger Aufschläge- und vor allem der Rückschläge wird viel zu selten durchgeführt. Vielmehr trainieren die meisten Tischtennistrainer stupide scheinbar unendliche Technikübungen.

Linksrotierende Aufschläge in die weite Vorhand

Eine taktische Variante (nicht mehr als 1-2 Mal pro Match) kann es sein einen langen Aufschlag mit Linksrotation in die weite Vorhand, aus Sicht eines Rechtshänders, anzuwenden. Durch den Drall des Balls wird der Gegner noch weiter nach außen getrieben. Er wird gezwungen sich zu bewegen und dadurch ist es für ihn schwerer eine saubere Technik anzuwenden.

Eine mögliche Trainingsübung wäre folgende:

• Spieler 1 macht einen langen Aufschlag mit Linksrotation auf die Vorhand
• Spieler 2 spielt einen Topspin diagonal
• Spieler 1 zieht Gegentopspin diagonal
• Es kommt zum Topspin-Topspin-Duell

Linksrotierende Aufschläge in die weite Rückhand

Auch mit Linksdrall kann es sinnvoll sein Aufschläge in die Rückhand zu machen. Bei Rechtsdrall würde es zwar den Vorteil bringen, dass der Ball weiter nach außen getrieben wird und dass sich der Gegner dadurch mehr bewegen müsste, aber auch der Linksdrall muss erstmal richtig eingeschätzt und returniert werden.

Der Gegenspieler sollte versuchen jeden langen Aufschlag anzugreifen. Generell gibt es auch für lange Aufschläge mit Linksdrall in die Rückhand sehr sehr viele Übungsvarianten. Eine sieht wie folgt aus:

• Spieler 1 macht einen langen Aufschlag mit Linksdrall in die Rückhand von Spieler 2
• Spieler 2 stellt sich auf die Vorhand und zieht einen Topspin parallel
• Spieler 1 blockt diesen Ball diagonal
• beide Spieler versuchen ab dort den Punkt zu erzielen

Linksrotierende lange Aufschläge auf den Bauch

Diese Art Aufschläge sind mit unter sehr effizient gegen Kontrahenten, die sich wenig bewegen und oftmals aus dem Stand spielen. Aufschläge auf den Bauch wirken auf den ersten Blick so, als ob man sich als annehmender Spieler richtig zum Ball stellen muss.

Dadurch, dass sich viele dann auch wirklich nicht bewegen, kommt es dazu, dass sie den Ball nur halbherzig zurückspielen können. Häufig kommt es dazu, dass der Ball dann unplatziert, halbhoch und ohne gefährlichen Schnitt zurückgespielt wird.

Nach diesem Ball gibt es nur eine Option: Ein offensiver Angriffsball.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langen Seitenschnittaufschlägen – Teil 3

Bei den folgenden beiden Artikeln soll es um Seitenschnittaufschläge mit Linksrotation gehen.

Vorteile der Linksrotation bei Aufschlägen

Wenn dem Schnitt von linksrotierenden Aufschlägen nicht entgegen gewirkt wird, so führen diese dazu, dass der Ball in die Vorhand gespielt wird oder er neben dem Tisch landet. Dies aus Sicht eines Rechtshänders. Wenn Linkshänder Linksrotation anwenden, so springt der Ball zur Rückhand.

Gerade im Kinder- und Jugendbereich wird häufig der Rückhandaufschlag mit Linksrotation als erstes gelehrt. Das Ziel ist es hierbei den Gegner dazu zu bringen, den Ball in die starke Vorhand zu spielen. Je höher das Niveau wird, umso besser erkennen die Spieler die Rotation und umso besser werden diese Bälle returniert.

Platzierung und Schnitt bei linksrotierenden Aufschlägen variieren

Ein wichtiges taktisches Mittel ist es die Aufschlaglänge und die Platzierung zu variieren. Dies erfolgt zum Beispiel mit einem langen linksrotierenden Seitenschnittaufschlag in die Rückhand. Es sollte dabei möglichst die identische Ausholbewegung erfolgen, um anschließend mit kurzem, wuchtigen Handgelenkeinsatz doch einen schnellen Aufschlag zu generieren.

Durch eine geringfügige Änderung des Winkels des Schlägerblattes, lässt sich bei der gleichen Bewegung ein unterschiedlicher Schnitt erzeugen. Der reine Seitenschnitt wird erzeugt, wenn das Schlägerblatt offen, gerade und möglichst steil als Verlängerung des Armes gehalten wird. Seitlichen Unterschnitt erzeugt man, indem das Schlägerblatt so gedreht wird, dass es ähnlich, wie die Tischtennisplatte längs und flach gehalten wird.

Eine weitere Hilfestellung, um Seitunterschnitt zu erzeugen ist, dass man beim Schlag eine Art Abwärtsbewegung vollzieht. Bei einer rein seitlichen Bewegung kommt folglich Seitenschnitt zustande.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langen Seitenschnittaufschlägen – Teil 2

Nachdem im vergangenen Artikel einige theoretische Grundlagen zu Seitenschnittaufschlägen abgehandelt wurden, folgt nun eine Trainingsübung. Konkret geht es um eine Übung mit Rechtsrotation.

Lange Aufschläge mit Rechtsrotation

Wie bereits erwähnt führen die meisten Spieler ihre Aufschläge aus gutem Grund aus der Position auf ihrer schwächeren Seite aus. Bei den meisten ist dies die Rückhandseite. Der häufigste lange Aufschlag führt diagonal in die schwächere Seite des Gegners. Dieser wird im folgenden bei der Übung trainiert.

Als Partnerübung stehen sich Spieler 1 (unten) und Spieler 2 (oben) gegenüber. Spieler 1 beginnt mit einem Aufschlag. Dieser soll mit möglichst viel Seitenschnitt lang und schnell in die Rückhand von Spieler 2 ausgeführt werden (1). In diesem Fall wird die Reaktion auf einen langen Rückschlag in die Rückhand (2) geübt.

Dieser Rückschlag (2) soll als Unterschnittball ausgeführt werden. Damit wird die aus Sicht von Spieler 1 geübt, wie man mit einem langsamen Rückschlag umgeht. Spieler 1 muss beachten, dass in dem Ball sein eigener Schnitt noch zu einem hohen Anteil drin ist. Er sollte sich auf seine starke Seite umstellen. Dies macht er mit einem Sidestep nach links.

Anschließend zieht er von dort aus einen parallelen Topspin (3). Danach ist die Übung frei. Möglichkeiten für Spieler 2 den parallelen Topspin (3) zu returnieren sind:

• Block
• Konter
• Schuss
• Gegentopspin

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: langer diagonaler Seitschnittaufschlag (1)
• Spieler 2: langer diagonaler Rückschlag mit Unterschnitt (2)
• Spieler 1: Topspin parallel (3)
• Spieler 2: Block, Konter, Schuss oder Gegentopspin
• frei

Autor: Matthias Bormann