Archiv für den Monat: Oktober 2014

Trainingsübungen mit kurzen rechtsrotierenden Aufschlägen – Teil 1

In sehr vielen Spielen in verschiedensten Spielklassen sieht man Varianten des Aufschlags mit Rechtsdrall. Die meisten führen diesen Aufschlag ausgehend von der Rückhandseite aus, um anschließend die weite Vorhand für den gegnerischen Rückschlag offen zu lassen. Dies hat den Hintergrund, dass sie bei einem Rückschlag auf die Vorhand sofort mit ihrer starken Seite, der Vorhand, angreifen wollen.

Risikoschläge werden belohnt

In der nachfolgenden Übung wird ein harter Topspin trainiert, der ein hohes Risiko birgt. Ausgehend von einem Rückschlag in die Rückhand, wird diese umlaufen, um anschließend einen harten Vorhand Topspin parallel zu ziehen.

Ungeachtet von dem Eingangsatz, sind viele Spieler geneigt doch in die Rückhandseite zurückzuspielen. Dies genau aus dem Grund, dass sie die taktischen Züge des Gegners kennen und wissen, dass er genau das will – den passiven Schlag in die Vorhand.

Warum ist nun der parallele Topspin aus der Rückhand mit der Vorhand ein Risiko?

Die Frage lässt sich einfach beantworten. Weil der Gegner einen super Winkel hat, um diagonal zu blocken. Dann wird der Weg extrem lang und es ist sehr sehr gute Beinarbeit gefragt. Sinnvoll ist dieser Schlag trotzdem, weil ihn keiner so erwartet und weil der Gegner sich auch erst so bewegen muss, dass er genau diesen Blockball ausführen kann.

Vorhand parallel – die Übung

Spieler ein befindet sich unten in der Zeichnung, Spieler 2 oben. Nach einem kurzen Aufschlag mit Rechtsrotation (1), wird der Ball entsprechend des in den Aufschlag gegebenen Schnitts diagonal zurückgelegt (2). Schlagart – Unterschnitt. Nun muss Spieler 1 gute Beinarbeit leisten. Er stellt sich auf seine Vorhandseite um und spielt Topspin parallel (3). Dabei spielt er den Ball mit vollem Risiko, ohne die Sicherheit zu vernachlässigen. Durch einen schnellen, harten Topspin wird versucht einen direkten Punkt zu erzielen.

Kurzbeschreibung

Spieler 1: kurzer Aufschlag mit Rechtsdrall (1)
Spieler 2: diagonaler Rückschlag mit Unterschnitt (2)
Spieler 1: schneller, harter Topspin parallel (3)
frei

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit kurzen linksrotierenden Aufschlägen – Teil 2

In der zweiten Übung zu linksrotierenden Aufschlägen wird insbesondere auf die verschiedenen Rückschlagvarianten eingegangen. Sobald der gegnerisch Spieler den Aufschlag richtig “liest”, ist es seine Entscheidung, welches taktische Mittel er als Rückschlag einsetzt. Man muss auf alles eingestellt sein.

Kurzer Aufschlag – drei Rückschlagvarianten

Bei der folgenden Trainingsübung spielen wieder zwei Trainingspartner zusammen. Spieler 1 befindet sich in der Zeichnung unten. Spieler 2 ist oben zu sehen.

Die Übung beginnt mit einem Rückhandaufschlag mit Linksdrall von Spieler 1 (1). Dieser wird in etwa von der Mitte ausgeführt und sollte möglichst kurz bzw. nur so lang sein, dass der gegnerische Spieler diesen nicht mit einem Topspin angreifen kann.

Der Rückschlag von Spieler zwei kann variieren. Zum einen besteht die Möglichkeit (2a). Dieser Schlag kann sowohl als Schupfball, als auch als Flip ausgeführt werden. Ziel von Spieler 1 sollte es egal für welchen Schlag sich Spieler 2 entscheidet sein, anzugreifen. Die zweite Möglichkeit des Rückschlags von Spieler 2 ist ein langer Ball in die Vorhand (2b). Dieser sollte entweder als aggressiver Schupf, oder als Flip ausgeführt werden. Auf jeden Fall soll sich Spieler 2 nicht dadurch bedrängen lassen und den Ball “nur” zurückspielen. Er soll weiterhin angreifen. Die Möglichkeiten sind Topspin oder Schuss – egal in welche Ecke. Die dritte Rückschlagmöglichkeit ist es, den Aufschlag kurz zurückzulegen (2c). Auf diesen Schlag folgt ein Flip von Spieler 1.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: linksrotierender, kurzer Rückhandaufschlag (1)
• Spieler 2 hat drei Rückschlagvarianten

• Variante 2a: Schupf oder Flip parallel
• Variante 2b: aggressiver Schupf oder Flip diagonal
• Variante 2c: kurz zurücklegen

• Spieler 1 greift jeden Rückschlag mit Topspin, Schuss oder Flip an

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit kurzen linksrotierenden Aufschlägen – Teil 1

Generell sollten mindestens 60% wenn nicht sogar 70% und mehr Aufschläge kurz, oder mindestens so ausgeführt werden, dass sie zwei mal auf der gegnerischen Tischhälfte aufkommen ausgeführt werden.

Position beim Rückhandaufschlag mit Linksdrall

Die Position beim Rückhandaufschlag ist für die meisten klar – sie stehen in der Rückhand. Das hat den Vorteil, dass die gesamte Vorhand frei bleibt und viele Gegner in diese Seite, auch bedingt durch den Schnitt im Aufschlag, in genau diese Seite spielen.

Danach wird die Vorhand eingesetzt.

Doch auch die Position beim Aufschlag kann man bewusst variieren, um den Gegner zu verwirren. So ist selbst der Aufschlag aus der Vorhandseite keine schlechte Variante.

Übung für den Aufschlag aus der Mitte

Bei der folgenden Übung wird ein Rückhandaufschlag aus der Mitte mit Linksrotation ausgeführt. Im Punkspiel sollte man sich der Optionen des Gegners immer bewusst sein, denn er kann in beide Plattenecken zurückspielen. Diese Übung geht auf die Option des Gegners ein, dass er in die Vorhand zurück spielt. Dadurch wird auch berücksichtigt, dass einige den Schnitt nicht richtig lesen können und der Ball auch dadurch sicherlich immer mal wieder dort hin gespielt wird.

Es spielen Spieler 1 (siehe Zeichnung: unten) und Spieler 2 (siehe Zeichnung: oben) zusammen. Der erste Schlag von Spieler eins ist ein kurzer Aufschlag mit der Rückhand mit Linksrotation (1). Der Aufschlag sollte bewusst aus der Mitte ausgeführt werden. Der Rückschlag von Spieler 2 ist ein Schupfball in die Vorhand, also weit nach rechts außen (2).

Die Übung ist bereits ab diesem Punkt frei. Spieler 1 soll allerdings mit Topspin angreifen, das ist die einzige Pflichtvorgabe ab diesem Moment. Hinsichtlich der Platzierung ist freie Wahl und auch Spieler 2 kann den Topspin so zurückspielen, wie er will. Einige Varianten sind Block, Konter, Gegentopspin oder Schnittabwehr.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: kurzer Aufschlag mit Linksdrall aus der Mitte heraus (1)
• Spieler 2: langer Schupfball zurück in die Vorhand (2)
• frei

Autor: Matthias Bormann

Die Variation der Rotation beim Aufschlag

Nichts ist fasettenreicher als die Diskussion über die Rotation im Tischtennis. Andere gängige Begriffe, die das gleiche meinen sind der Spin, der Schnitt oder der Drall.

Wie lässt sich die Rotation variieren?

Der Drall im Aufschlag und bei jeder anderen Schnittart im Tischtennis lässt sich zunächst in der Intensität variieren. Wenn man es denn beherrscht, kann man mit viel Schnitt, mit wenig Schnitt oder ganz ohne Drall spielen und seine Aufschläge gezielt variieren.

Die Rotationsart ist der nächste entscheidende Punkt. Dabei unterscheidet man zwischen Linkdrall, Rechtsdrall, Unterschnitt und Oberschnitt.

Blick auf die Praxis – wann wird welcher Schnitt angewendet?

Bei Linksrotation würde der Ball ohne wissentlichen Einfluss des Gegners vom Schläger nach rechts abspringen. Die meisten Spieler erzeugen diese Schnittart mit der Rückhand. Dadurch erhoffen sie sich, dass der Ball in die Vorhand zurückgespielt wird. Von dort ausgehend bauen sie ihren Angriff auf und ziehen vielmals Vorhand Topspin entweder gleich als harten Endschlag, oder als sicheren Schlag mit viel Spin, der der Spieleröffnung dient.

Der Aufschlag mit Linksrotation lässt sich in den Varianten mit Seitenunterschnitt, Seitenoberschnitt und reinem Seitenschnitt ausführen.

Bei Aufschlägen mit Rechtsrotation springt der Ball ohne gezielt der Rotation entgegen gesetzter Rückschlagbewegung nach links. Aus Sicht des Rechtshänders also in die Rückhand. Viele Rechtshänder führen trotzdem diesen Aufschlag aus. Springt der Ball in die Rückhandseite, so stellen sie sich häufig auf ihre starke Vorhand um und eröffnen das Spiel trotzdem mit der Vorhand. Auch dieser Aufschlag lässt sich mit Unterschnitt- oder Oberschnittanteil ausführen.

Der Aufschlag mit reinem Unterschnitt dient in erster Linie dazu, den Gegner am aggressiven Rückschlag zu hindern. Ohne gezielte gegnerische Einwirkung, springt der Ball nach unten und landet schließlich im Netz. Bundesligaspieler haben diese Aufschläge häufig sehr sehr intensiv trainiert, sodass eine Attacke darauf unmöglich erscheint.

Der Aufschlag mit reinem Oberschnitt dient dazu das Spiel schnell zu machen. Bei schlechter Antizipation des Aufschlags, springt dieser nach oben ab. Die nächste Konsequenz des Aufschlägers ist ein harter Schuss. Generell ist dieser Aufschlag schwer mit Unterschnitt zu returnieren ohne dass er hoch oder halbhoch zurückkommt. Meist wird er gekontert, geflippt oder gleich mit Topspin attackiert – das Spiel wird von beiden Seiten offensiv.

Ohne Training geht es nicht

Egal, ob Links- oder Rechtsdrall, Ober- oder Unterschnitt, um Aufschläge richtig gut, mit richtig viel Schnitt auszuführen muss man jahrelang trainieren. Am besten wird jede Trainingseinheit dazu genutzt. Zehn bis Fünfzehn Minuten reichen völlig aus. Eins ist Fakt, es ist der einzige Schlag, auf den der Gegner keinen direkten Einfluss hat.

Autor: Matthias Bormann