Archiv für den Monat: November 2014

Trainingsübungen mit Unterschnittaufschlägen – Teil 2

Die folgende Übung bezieht sich auf eine häufig anzutreffende Spielsituation in unteren Ligen. Nach dem Aufschlag schupfen beide Spieler um die Wette. Jeder wartet auf den gegnerischen Fehler.

Spieleröffnung nach einem Unterschnittduell

Das Ziel der Übung ist es zu lernen, wie man sich aus einem Unterschnittduell befreit und selbst die Initiative im Angriffsspiel ergreift.

Spieler 1 spielt unten (siehe Zeichnung), Spieler 2 (oben). Spieler 1 beginnt mit einem Unterschnittaufschlag, der in der Länge variabel einsetzbar ist (1). Der Aufschlag soll jedoch in die Rückhand gehen. Sein Gegenüber, Spieler 2, schupft diesen Aufschlag zurück und es kommt zum Rückhand – Rückhand, Schupfduell (2) beider Spieler, die mit der Rückhand schupfen. Dieses Duell soll nur zwischen 3-5 Mal durchgeführt werden (spätestens beim 5ten Schupfball muss Spieler 1 angreifen).

Sobald sich Spieler 1 traut, stellt er sich auf die Vorhand um und spielt Vorhand Topspin diagonal (3). Dieser Ball wird parallel geblockt (4) und dann ist die Übung frei.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: Aufschlag mit Unterschnitt in die Rückhand von Spieler 2 (1)
• Spieler 2 und Spieler 1: beide schupfen Rückhand – Rückhand 3-5 Mal (2)
• Spieler 1: Topspin diagonal (3)
• Spieler 2: Block parallel (4)
• frei

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit Unterschnittaufschlägen – Teil 1

Gerade in den unteren Ligen wird häufig das Schupfspiel geprägt, welches oftmals von einem Unterschnittaufschlag eingeleitet wird. Auch in höheren und selbst in der Bundesliga, werden Unterschnittaufschläge – dann mit extrem viel Rückwärtsrotation eingesetzt.

Ziel des Unterschnittaufschlags

Egal in welcher Liga er eingesetzt wird, der Unterschnittaufschlag zählt zu dem Repartuare eines jeden Tischtennisspielers. Er hat z.B. den Vorteil, dass der gegnerische Spieler diesen nur schwer angreifen kann (wenn genügend Unterschnitt erzeugt wurde).

Dadurch ist er gezwungen den ersten Ball zurückzuschupfen, oder ein hohes Risiko mit einem Flip (bei kurzem Unterschnittauschlag) einzugehen. Viele Spieler in oberen Ligen versuchen deshalb den Unterschnittaufschlag möglichst kurz und mit sehr sehr viel Unterschnitt sich anzueignen.

Durch eine Variation beim Balltreffpunkt auf dem Schläger ist ebenso ein Schnittloser Aufschlag möglich.

Unterschnittaufschlag – frei

Eine recht spielnahe Übung, die keiner bildlichen Beschreibung bedarf ist Aufschlag – frei. Im Punktspiel wenden sehr viele Gegner Unterschnittaufschläge an, um ihr Spiel anschließend auf einem sicheren Rückschlag des Gegners aufzubauen. Dies kann man auch trainieren.

Der Übungsparner oder der jenige, der den Aufschlag trainiert variiert diesen in der Länge, der Platzierung und der Rotationsintensität. Der Rückschläger versucht aus jeder Position die passende Antwort zu finden. Die Rückschlagmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt – eben wie im Punktspiel.

Ein gutes Mittel generell im Training sind kleine Matches. So könnte man ein Spiel austragen, bei denen ausschließlich Unterschnittaufschläge erlaubt sind. Oder auch mal einen Satz, bei dem generell nur das Schupfspiel erlaubt ist. Dadurch erlernt jeder Sicherheit im Wettkampfgeschehen.

Trainingsübungen mit Oberschnittaufschlägen – Teil 2

Nach dem in Teil eins der Serie “Trainingsübungen mit Oberschnittaufschlägen” einige theoretische Grundlagen abgehandelt wurden, geht es nun in die Praxis.

Flip oder Schupf?

Da es wie gesagt die hohe Kunst im Tischtennis ist, einen Aufschlag so zu machen, dass er für den Gegner so aussieht wie Unterschnitt und dann doch Oberschnitt drin ist, kann die folgende Übung als Aternative zum Oberschnitt stets mit Seitenschnitt oder Seitenunterschnitt ausgeführt werden.

Die Übung beginnt mit einem kurzen oder halblangen Aufschlag (1a) oder (1b) von Spieler 1, der sich in der Zeichnung unten befindet. Der Rückschlag von Spieler 2 (oben) erfolgt immer diagonal, also (2a) oder (2b). Anschließend spielt Spieler 1 immer parallel (3a) oder (3b). Dieser Ball soll möglichst als Topspin gespielt werden.

Die Besonderheit der Übung ist der unregelmäßig ausgeführte Aufschlag. Er soll bewusst auch im Schnitt variiert werden. Entweder mit Oberschnitt oder mit Seitunterschnitt. Bei Unterschnitt wird geschupft, bei Oberschnitt spielt Spieler 2 einen Flip als Rückschlag.

Bei falscher Einschätzung beim Rückschlag fliegt der Ball entweder ins Netz oder kommt hoch zurück. Der hohe Ball soll sofort geschossen werden.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: kurzer oder halblanger Aufschlag mit Seitunterschnitt oder Oberschnitt (1a) oder (1b)
• Spieler 2: Flip oder Schupf diagonal (2a) oder (2b) je nach vorhergegangenem Aufschlag
• Spieler 1: Topspin parallel (3a) oder (3b)
• frei

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit Oberschnittaufschlägen – Teil 1

Auch Oberschnittaufschläge sind eine sinnvolle Variante. Diese sollten möglichst erst spät erkennbar sein, wenn sie schnell ausgeführt werden, oder sie werden mit einer Bewegung ausgeführt, die optisch sehr nah an der Variante mit Unterschnitt sein.

Ziel des Oberschnittaufschlags

Das Ziel des Aufschlags mit Oberschnitt ist es entweder den direkten Punkt zu erzielen. Dies dadurch, dass der Gegner den Schnitt nicht richtig einschätzt, oder schlicht weg überrascht ist.

Oder der Schlag dient als Vorbereitung auf einen folgenden Schuss oder Topspin – einen Angriffsball, mit dem der Gegner sehr unter Druck gesetzt wird.

Egal, ob der Aufschlag kurz oder lang gespielt wird, jeder Spieler muss sich darüber im klaren sein, dass dieser Ball ebenso attakiert werden kann. Das Ziel ist es natürlich sein eigenes Spiel vorzubereiten, im Optimalfall den Punkt direkt zu erzielen, aber jeder Oberschnittaufschlag ist mit einem hohen Risiko verbunden.

Varianten des Oberschnittaufschlags

Genau wie bei allen anderen Aufschlägen, können Platzierung, Tempo und Rotation variiert werden. Wichtig ist ein gewinnbringendes Verhältnis des Oberschnittaufschlag im Vergleich zu Unterschnitt- und Seitenschnittaufschlägen.

Die Seitenschnittaufschläge lassen sich am leichtesten so variieren, dass mit einer geringen Bewegungsänderung der Ball einen Oberschnitt – sprich einen Vorwärtsdrall erfährt. Man sollte hierfür einfach versuchen die Hand, als Verlängerung des Unterarms nach oben zu bewegen.

Komplizierter wird es bei Unterschnittaufschlägen. Um diese für den Gegner nicht oder nur schwer sichtbar so auszuführen, dass dem Ball Oberschnitt versehen wird, ist die hohe Kunst des Tischtennis.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit kurzen rechtsrotierenden Aufschlägen – Teil 2

Die Varianten eines rechtsrotierenden Aufschlags sind sehr vielfältig. In der folgenden Übung wird auf den Faktor Platzierung eingegangen.

Die Platzierung häufig variieren

Egal welcher Aufschlag ausgeführt wird, die Platzierung sollte dabei möglichst oft variiert werden. Ob kurz, lang oder halblang sollte man während des Spiels entscheiden. Jeder Gegner hat seine Stärken und Schwächen an einer anderen Stelle. Wichtig ist, dass nicht jeder Aufschlag auf die gleiche Stelle kommt. Dann stellt sich jeder Spieler darauf ein.

Kurz in die Vorhand oder weit in die Rückhand

Bei der folgenden Übung wird die Reaktion auf unterschiedliche Aufschläge mit gleichem Bewegungsansatz trainiert. Den Aufschlag mit Rechtsdrall kann man z.B. in den Varianten 1a oder 1b ausführen.

Bei der Variante 1a handelt es sich um einen kurzen Aufschlag in die Vorhand. Dies ist eine sinnvolle Variante, da die meisten Spieler diesen Aufschlag so ausführen, dass er in die Rückhand geht und sich der Gegner schnell darauf einstellen kann. Die Variante 1b ist so gedacht, dass der aufschlagende Spieler nahezu die gleiche Bewegung beim Aufschlag vollzieht, wie beim Aufschlag 1a. Der Unterschied liegt in den letzten Zügen des Schlags. Dabei wird versucht möglichst spät die Bewegung eines schnellen Aufschlags zu erzeugen.

Nun zur Übung:

Spieler 1 (unten) und Spieler 2 (oben) stehen sich gegenüber. Spieler 2 übt den aggressiven Rückschlag nach rechtsrotierenden Aufschlägen. Spieler 1 spielt unregelmäßig zwei Varianten des benannten Aufschlags.

Die Übung beginnt mit dem Aufschlag von Spieler 1. Dieser soll entweder kurz bzw. halblang in die Vorhand von Spieler 2 gespielt werden (1a). Oder der Aufschlag erfolgt lang nach außen in die Rückhand (1b). Der Vorteil des zweit genannten Aufschlags ist, dass dieser durch den Rechtsdrall noch weiter nach außen getrieben wird und sich Spieler 2 mehr bewegen muss.
Egal, für welche Aufschlagvariante sich Spieler 1 entscheidet, Spieler 2 soll versuchen diesen direkt anzugreifen. Der dazu notwendige Topspin (2b) oder Flip (2a) erfolgt immer in die Vorhand von Spieler 1.

Insbesondere bei dem Topspin 2b ist wieder höchstes Risiko und am besten ein harter, schneller Schlag gefragt.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: entweder kurzer Aufschlag mit Rechtsdrall (1a) oder lang (1b)
• Spieler 2: entweder Flip (2a) oder schneller, harter Topspin (2b)
• frei

Autor: Matthias Bormann