Archiv für den Monat: Januar 2015

Trainingsübung für die Ausdauer

Die Ausdauer gehört zu den konditionellen Fähigkeiten und wird häufig separat zum Training eingebunden. Dies erfolgt bei den meisten Vereinen eher unabhängig vom angeleiteten Training. Es ist dann häufig so, dass aus Eigeninitiative eine Ausdauereinheit eingelegt wird.

Übungen für die Ausdauer generell

Bei einem Ausdauertraining denken die meisten an Waldläufe, Runden drehen auf der Aschebahn oder an Fahrradfahren. Diese Sportarten sind allesamt gut und helfen bei der Entwicklung einer Grundausdauer.

Ausdauer lässt sich aber spezifisch für jede Muskelgruppe trainieren. Beim Tischtennis kommt es vor allem auf die Beinarbeit drauf an. Generell ist eine grundlegende Ausdauer in jeder Muskelpartie gefragt.

Diese lässt sich gerade im Kindertraining gut durch Spiele trainieren, ohne dass die Kinder dann direkt merken, dass sie ihre Ausdauer schulen. Ein Beispiel ist das Einspielen mittels Parteiball, Basketball, Fussbal oder 2 Völkerball.

Übung für die Ausdauer – tischtennisspezifisch

Ein Ausdauertraining kommt im Tischtennis automatisch vor, wenn eine längere Trainingseinheit mit sinnvollen, nicht zu kurzen und nicht zu langen Pausen stattfindet. Hier sind selbst die Trainingsabende als Ausdauertraining zu verstehen, bei denen hintereinanderweg Spiele gemacht werden. Das kann auf Dauer sehr anstrengend sein und ist eine gute Vorbereitung auf Ranglistenturniere, bei denen 8 bis 10 Spiele nacheinander stattfinden.

Bei Kombinationstraining mit zwei Trainingspartnern bieten sich zahlreiche Übungen an, bei denen versucht wird möglichst fehlerfrei viele Ballwechsel durchzuführen. Ein Beispiel ist folgendes: Spieler 1 bekommt alle Bälle in die Vorhand gespielt. Spieler 2 spielt abwechselnd einmal mit der Vorhand aus der Vorhandseite und einmal mit der Rückhand aus der Rückhandseite. Wenn diese Übung spätestens 10 mal durchgelaufen ist, geht es in den Bereich des Ausdauertrainings hinein. Generell sollte die Belastungszeit ca. 4-5 Minuten ohne Pause sein. Nach dieser Zeit erfolgt eine Pause. Die ganze Übung kann dann ca. 4-6 mal wiederholt werden.

Side steps – Schneller durch kurze Bewegungen

Im Tischtennis ist die Bewegung das A und O. Je besser man zum Ball steht, umso einfacher sind die Schlagtechniken ausführbar. Umso ökonomischer sind die Techniken anzusehen.

Schnelle kurze Bewegungen

Durch so genannte Sidesteps ist nahezu jeder Ball in einer höheren Geschwindigkeit erreichbar, als wenn der normale Weg des Laufens gewählt wird. Durch das seitliche Nachziehen des einen Fußes zum Anderen wird gewährleistet, dass die Bewegung seitlich ist und der Blick stets zum Netz bzw. zum gegnerischen Spieler gerichtet ist.

Zur Erlernung der Beinarbeitstechnik sind zunächst Trockenübungen mit Technikkorrektur angebracht. Anschließend kann man sich mit Balleimertraining langsam dem richtigen Spiel annähern.

Für die Technikfestigung sind Endlosübungen geeignet, bei denen ein Spieler stets den Ball verteilt und der andere sich Bewegen muss.

Übungsbeispiel für Sidesteps

Die nachfolgende Übung ist als Einstieg in das Beinarbeitstraining mittels Sidesteps geeignet. Spieler 1 verteilt dabei jeden ankommenden Ball. Spieler 2 hat eine kurze Bewegungsfolge auszuführen. Beide Spieler spielen möglichst viele Ballwechsel ohne Fehler.

Bei der folgenden Übung liegt der Fokus auf der Beinarbeit, deshalb wird diese möglichst einfach gestaltet. Spieler 1 beginnt mit einem langen Konteraufschlag mit der Rückhand diagonal in die Rückhand seines Trainingspartners. Spieler 2 spielt den Ball diagonal zurück. Spieler 1 spielt anschließend parallel. Nun müssen die Sidesteps angewendete werden. Wichtig ist diese möglichst ökonomisch und schnell auszuführen, ohne die Schlagtechnik im Anschluss zu vernachlässigen. Nachdem der Ball erlaufen wurde (wichtig: Erst stehen, dann schlagen), wird wieder parallel gespielt. Es folgt ein Konterschlag von Spieler 1, danach geht die Übung von vorn los.

Ein Spieler spielt also immer abwechselnd Vorhand und Rückhand, jeweils einmal aus der Vorhandseite und einmal aus der Rückhandseite. Sein Trainingspartner verteilt die Bälle dementsprechend.

Kurzfassung der Übung:

Spieler 1 spielt passiv, verteilt die Bälle und bekommt jeden Ball in die Rückhand gespielt. Spieler 2 ist der aktive Spieler, der den Sidestep übt.

• Spieler 1: Langer Konteraufschlag diagonal
• Spieler 2: Konter diagonal zurück
• Spieler 1: Konter parallel
• Spieler 2: Konter parallel
• Spieler 1: Konter diagonal
• Wiederholung der Übung

Trainingsübungen für Gegentopspins – Teil 2

Der Gegentopspin am Tisch ist ein recht schwerer Schlag. Dennoch, wird er einmal beherrscht und automatisiert, so ist er in seiner Bewegungsausführung nicht viel langsamer, als ein Blockball. Gleichzeitig ist er aber effektiver, sodass der Gegner sofort unter Druck gesetzt wird.

Gegentopspin am Tisch

Der Gegentopspin benötigt vor allem ein gutes Timing. Der Ball muss unmittelbar nach dem Auftreffen auf der Tischhälfte gegen gezogen werden. Um dies zu trainieren eignet sich für den Start zunächst das Balleimertraining.

Der Trainer steht mit einem Behälter voller Bälle am Tisch, lässt den Ball einmal aufspringen und zieht einen Topspin auf die Vorhand seines Schützlings. Diesen Ball sollte er zunächst langsam und bedacht nach vorn Gegenziehen. Dabei sollte der Ball auf jeden Fall diagonal gespielt werden. Dadurch ist ein breiter Winkel vorhanden.

Je nachdem, wie gut oder schlecht der Übungspartner den Schlag beherrscht können Übungsanpassungen vorgenommen werden. Zum Beispiel ist denkbar, dass der Topspin vom Balleimerspieler zunächst nur zurückgeblockt werden muss, damit dieser sich an den Schnitt gewöhnen kann. Generell sollte stets mehr in Richtung Netz, als nach oben gezogen werden, da der ankommende Schnitt berücksichtigt werden muss.

Kurze schnelle Bewegung

Um den Gegentopspin am Tisch zu beherrschen benötigt es viel Training. Es ist für viele ein Risikoschlag, ja sogar ein Notschlag. Dieser muss in einem Bruchteil von nur wenigen Sekunden ausgeführt werden.

Man darf nicht vergessen, dass es sich hierbei um eine Reaktion auf einen Angriffsschlag handelt. Bei der ankommenden Geschwindigkeit des Balls muss zunächst darauf reagiert werden. Dies geht meist nur durch eine kurze, schnelle Bewegung. Um diese zu automatisieren braucht man viel Training.

Trainingsübungen für Gegentopspins – Teil 1

Der Gegentopspin im Tischtennis ist ein Schlag, der häufig erst auf Bezirksebene eingesetzt wird. Selbst bei diesen “Halbprofis” ist er eher unsicher, jedoch macht er Spaß und führt gerade im Training zu schönen Ballwechseln.

Spielzüge zum Einsatz des Gegentopspins

Der Gegentopspin wird wenn überhaupt von den meisten Spielern nur mit der Vorhand eingesetzt. Das macht aufgrund des Hebelverhältnisses und der bei den meisten in Richtung Vorhand besser ausgeprägten Beinarbeit Sinn.

Am häufigsten kommt es (in Ligen bis Land/ Verband) während längerer Ballwechsel erst zu einem solchen Topspin – Topspin – Duell. Diesen Schlägen gehen in der Regel Konterschläge oder Topspin-Blockbälle voran.

Der Gegentopspin fällt den meisten schwer bei der Ausführung, wenn im Vorfeld ein Schupfball gespielt wurde, dann sind viele dazu geneigt zu überreisen und somit den Gegentopspin über den Tisch hinauszuspielen.

Übung für den Gegentopspin

Um eine Übung zu kreieren, die realitätsnah auch für Bezirksklassespieler ist, sollte diese mit einem Aufschlag und einigen Konterduellen beginnen. Spieler 1 beginnt mit einem kurzen Aufschlag, welcher über das gesamte Feld platziert werden darf. Ausgehend davon erfolgt ein Schupfball von Spieler 2 in die Rückhand von Spieler 1. Der passive Schupfball wird diagonal angezogen.

Im Anschluss spielen beide Spieler 2-3 Konterbälle diagonal. Spieler 2 spielt danach einen Ball parallel in die weite Vorhand. Diese wird von Spieler 1 diagonal angezogen. Danach zieht Spieler 2 Gegentopspin diagonal. Beide Spieler ziehen ab dann Gegentopspin.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: kurzer Aufschlag (gesamtes Feld erlaubt)
• Spieler 2: Schupfball in Rückhand
• Spieler 1: RH Topspin diagonal
• Spieler 1 und Spieler 2: Rückhand Konter 2-3 mal
• Spieler 2: RH parallel
• Spieler 1: VH Topspin diagonal
• Spieler 2: Gegentopspin diagonal
• beide: Topspin – Topspin Duell diagonal

Das Spiel gegen Linkshänder

Es gibt einige Spieler, die verzweifeln bereits, wenn sie sehen, das ihr Gegenüber den Schläger in die linke Hand nimmt. Das Spiel gegen Linkshänder ist ungewohnt, aber dennoch nichts, wovor man Angst haben sollte.

Was machen Linkshänder anders als Rechtshänder?

Theoretisch ist alles Seitenverkehrt, mehr nicht. Die Vorhand wird von der Position aus gespielt, wo i.d.R. (die meisten Tischtennisspieler sind Rechtshänder) Rückhand gespielt wird und die Rückhand wird von dort gespielt, wo sonst die Vorhand ist.

Dies sollte man von vornherein beachten und nicht wie gewohnt in die “Rückhandseite” schupfen. Denn bei diesem Spielzug ist der Angriffsschlag des Linkshänders vorprogrammiert.

Ansonsten neigen viele Linkshänder dazu spitze Winkel zu spielen. Dies realisieren sie durch Topspins mit viel Seitenschnitt. Oft ist die Rückhand schwächer ausgebildet, als die Vorhand, sodass sie versuchen die schwächere Seite zu umlaufen.

Taktiken gegen Linkshänder

Generell gilt das, was auch gegen Rechtshänder wichtig ist. Möglichst kurz anspielen, versuchen herauszufinden was die schwächere Seite ist, eigene Stärken nutzen und die Schwächen des Gegners ausnutzen.

Viele Linkshänder lassen die Vorhand weit offen. Dies bietet die Chance einen schnellen Aufschlag genau dorthin zu spielen. Dieses Mittel darf man nur nicht zu häufig anwenden, sonst stellt sich der Gegner darauf ein. Generell sind kurze Aufschläge ein gutes Mittel. Im Laufe des Ballwechsels ist es häufig ratsam über die Rückhand zu spielen, um die meist stärkere Vorhand zu umgehen.