Archiv für den Monat: März 2015

Doppelspiel ins Training integrieren

Ein viel zu selten geübtes Element im Tischtennis ist das Doppel. Bei einem Sechser Mannschaftssystem mit 3 Paarkreuzen werden, gesetzt dem Fall, es kommt zum Entscheidungsdoppel insgesamt 4 Doppel gespielt. Dies sind 4 von insgesamt 15 möglichen Punkten, die als Mannschaft zu gewinnen sind. Daher hat das Doppel einen hohen Einfluss auf Sieg oder Niederlage der Mannschaft.

Warum das Doppel oft vernachlässigt wird

Viele denken – das Doppel läuft schon. Man kennt sich ein bisschen, spielt – entweder man trifft die Bälle, oder eben nicht. Doppel ist aber mehr, als nur das Spiel zweier Einzelspieler zusammen. Es lassen sich viele Spielzüge gezielt einstudieren, Laufwege optimieren und ein Gespür für die Form seines Doppelpartners entwickeln.

Doppel wird in vielen Vereinen nur sehr selten trainiert. Waran das liegt ist schwer zu sagen. Dem einen oder anderen ist die Trainingszeit wohl zu schade. Klar, wer 1 mal im Monat ins Training geht, spielt lieber Einzel, dann macht man mehr Ballberührungen.

Doppel kann man durchaus auch gezielt und sollte man auch gezielt trainieren. Wem nützt die beste Einzelbilanz, wenn die Mannschaft infolge zu schlechter Doppel verliert.

Zeitpunkt für ein Doppeltraining

Doppel sollte in den Trainingsabend integriert werden. Nicht zwingend in jedem Training, jedoch zumindest regelmäßig. Der Zeitpunkt obliegt sicherlich auch Hallenbedingungen. Wenn zum Beispiel mehr Spieler, als Tische da sind ist es logisch, dass schon aus sozialen Interessen (nicht den Tisch zu zweit blockieren) häufiger Doppel gespielt wird.

Empfehlenswert ist es allerdings erst nach der tischtennisspezifischen Erwärmung zum Doppel überzugehen. Beim Doppel spielt man nun einmal weniger Ballkontakte, als im Einzel. Dadurch ist es schwer beim Doppelspiel richtig warm zu werden. Wichtig ist auch die Wahl der Gegner und möglichst immer mit demjenigen Doppel zu spielen, mit dem man auch im Punktspiel spielt. Dadurch werden die Laufwege und taktischen Spielzüge automatisiert.

Die Auszeit zur richtigen Zeit nehmen

Über dieses Thema könnte man stundenlang philosophieren: Wann nehme ich eine Auszeit? Wann bringt sie mir etwas oder gibt es sogar Situationen, in denen man nur diese Auszeit nimmt, um den Gegner nur aus dem Spielfluss zu nehmen.

Regelwerk

Laut Regelwerk steht jedem Spieler eine Auszeit von 2 Minuten pro Spiel zu. Ob er diese im ersten oder im 4ten Satz nimmt ist ihm überlassen. Man ist auch nicht gezwungen eine Auszeit zu nehmen.

Typische Spielsituationen für eine Auszeit

Viele Spieler heben sich die Auszeit sehr lange auf, um dann in Situationen, wie einem 10:11 in der Verlängerung im 5ten Satz noch mal eine Verschnaufpause zu haben um schließlich die letzten Reserven für die oder den entscheidenden Punkt zu mobilisieren. Durch diese Variante läuft man Gefahr die Auszeit gar nicht nehmen zu können, wenn zum Beispiel der Vorsprung des Gegners schneller wächst, als gedacht.

Oftmals ist die Auszeit sinnvoll in Situationen, bei denen man 3,4 oder gar 5 Punkte hintereinander nicht gemacht hat. So z.B. beim Stand von 7:8, wenn man zuvor 3:8 führte. Eigentlich ist die Auszeit bei dem 7ten Punkt schon zu spät und hätte spätestens beim 6 zu 8 genommen werden müssen. Man kommt durch dieses Timing wieder zur Ruhe, kann sich darauf besinnen, was gerade schief läuft und es kann sein, dass man den Gegner dadurch ein Stück weit aus dem Rhythmus bringt.

Oft hat man als Spieler gar nicht den Blick für derartige Situationen. Man ist so im “Rausch”, dass einem das gar nicht bewusst ist. Häufig ist es daher sinnvoll einen Mitspieler oder Trainer mit der Aufgabe zu beauftragen, die Auszeit im eigenen Interesse zu nehmen. Gerade taktische Dinge oder häufige eigene Fehler kann man von Außen besser wahrnehmen, als wenn man selbst spielt.

Aufteilung der Trainingsgruppe

Bei größeren Trainingsgruppen kommt ein einzelner Trainer sicher an seine Grenzen. Generell stellt sich stets die Frage welche Aufteilung der Spieler zum größtmöglichen Erfolg oder zur besten Harmonie innerhalb des Trainings führt.

Leistungsgruppen definieren

Eine Möglichkeit eine sinnvolle Aufteilung zu finden ist die Definition von Leistungsgruppen. Trainingsgruppe A könnte sich zum Beispiel aus einer Anzahl Spieler zusammensetzen, die ähnliches Niveau haben und in der gleichen Mannschaft spielen (z.B. 1. Jugendmannschaft). Ist einer aus der 2ten ähnlich gut oder möchte man ein Talent besonders fördern kann er dort ebenso integriert werden.

Die Trainingsgruppe 2 wären dann die nächst schlechteren, Gruppe 3 z.B. Anfängerniveau. Generell kann mach einfach sagen, ok – ihr seid Anfänger – ihr seid Fortgeschrittene – ihr seid die Profis.

Als Anreiz könnte nach jedem Training ein kleines Turnier stattfinden, welches auf- und Abstiegsspiele beinhaltet. So kann ein Spieler aus Gruppe B auch in Gruppe A aufsteigen. Dies führt zu einer zusätzlichen Motivation und zu Ehrgeiz auch in Trainingsspielen.

Ein Pate im Trainingsprogramm?

Oftmals finden sich diejenigen zum Einspielen oder generell zum Spielen gemeinsam zusammen, die sich gut leiden können und ein ähnliches Niveau haben. Dann spielen die Starken immer mit den Starken und die Schwachen immer mit den Schwachen Spielern.

Eine Möglichkeit diese Strukturen zu durchbrechen sind Patenprogramme. Immer zum Einspielen spielt ein Starker mit einem Schwächeren (z.B. mit einem Anfänger, einem neuen in der Gruppe). Die Aufgabe des Stärkeren ist es dann dem Schwächeren etwas beizubringen. Diese 10 Minuten oder gar die erste halbe Stunde des Trainings führt für den Stärkeren nicht sofort zu einem Leistungsabfall. Im Gegenteil. Durch die Erklärungen übt er seine Eignung als Trainer und sollte sich daran erinnern, wie die Basics der Schlagtechniken funktionieren.