Archiv der Kategorie: Aufschlagtraining

Trainingsübungen mit Unterschnittaufschlägen – Teil 1

Gerade in den unteren Ligen wird häufig das Schupfspiel geprägt, welches oftmals von einem Unterschnittaufschlag eingeleitet wird. Auch in höheren und selbst in der Bundesliga, werden Unterschnittaufschläge – dann mit extrem viel Rückwärtsrotation eingesetzt.

Ziel des Unterschnittaufschlags

Egal in welcher Liga er eingesetzt wird, der Unterschnittaufschlag zählt zu dem Repartuare eines jeden Tischtennisspielers. Er hat z.B. den Vorteil, dass der gegnerische Spieler diesen nur schwer angreifen kann (wenn genügend Unterschnitt erzeugt wurde).

Dadurch ist er gezwungen den ersten Ball zurückzuschupfen, oder ein hohes Risiko mit einem Flip (bei kurzem Unterschnittauschlag) einzugehen. Viele Spieler in oberen Ligen versuchen deshalb den Unterschnittaufschlag möglichst kurz und mit sehr sehr viel Unterschnitt sich anzueignen.

Durch eine Variation beim Balltreffpunkt auf dem Schläger ist ebenso ein Schnittloser Aufschlag möglich.

Unterschnittaufschlag – frei

Eine recht spielnahe Übung, die keiner bildlichen Beschreibung bedarf ist Aufschlag – frei. Im Punktspiel wenden sehr viele Gegner Unterschnittaufschläge an, um ihr Spiel anschließend auf einem sicheren Rückschlag des Gegners aufzubauen. Dies kann man auch trainieren.

Der Übungsparner oder der jenige, der den Aufschlag trainiert variiert diesen in der Länge, der Platzierung und der Rotationsintensität. Der Rückschläger versucht aus jeder Position die passende Antwort zu finden. Die Rückschlagmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt – eben wie im Punktspiel.

Ein gutes Mittel generell im Training sind kleine Matches. So könnte man ein Spiel austragen, bei denen ausschließlich Unterschnittaufschläge erlaubt sind. Oder auch mal einen Satz, bei dem generell nur das Schupfspiel erlaubt ist. Dadurch erlernt jeder Sicherheit im Wettkampfgeschehen.

Trainingsübungen mit Oberschnittaufschlägen – Teil 1

Auch Oberschnittaufschläge sind eine sinnvolle Variante. Diese sollten möglichst erst spät erkennbar sein, wenn sie schnell ausgeführt werden, oder sie werden mit einer Bewegung ausgeführt, die optisch sehr nah an der Variante mit Unterschnitt sein.

Ziel des Oberschnittaufschlags

Das Ziel des Aufschlags mit Oberschnitt ist es entweder den direkten Punkt zu erzielen. Dies dadurch, dass der Gegner den Schnitt nicht richtig einschätzt, oder schlicht weg überrascht ist.

Oder der Schlag dient als Vorbereitung auf einen folgenden Schuss oder Topspin – einen Angriffsball, mit dem der Gegner sehr unter Druck gesetzt wird.

Egal, ob der Aufschlag kurz oder lang gespielt wird, jeder Spieler muss sich darüber im klaren sein, dass dieser Ball ebenso attakiert werden kann. Das Ziel ist es natürlich sein eigenes Spiel vorzubereiten, im Optimalfall den Punkt direkt zu erzielen, aber jeder Oberschnittaufschlag ist mit einem hohen Risiko verbunden.

Varianten des Oberschnittaufschlags

Genau wie bei allen anderen Aufschlägen, können Platzierung, Tempo und Rotation variiert werden. Wichtig ist ein gewinnbringendes Verhältnis des Oberschnittaufschlag im Vergleich zu Unterschnitt- und Seitenschnittaufschlägen.

Die Seitenschnittaufschläge lassen sich am leichtesten so variieren, dass mit einer geringen Bewegungsänderung der Ball einen Oberschnitt – sprich einen Vorwärtsdrall erfährt. Man sollte hierfür einfach versuchen die Hand, als Verlängerung des Unterarms nach oben zu bewegen.

Komplizierter wird es bei Unterschnittaufschlägen. Um diese für den Gegner nicht oder nur schwer sichtbar so auszuführen, dass dem Ball Oberschnitt versehen wird, ist die hohe Kunst des Tischtennis.

Autor: Matthias Bormann

Die Variation der Rotation beim Aufschlag

Nichts ist fasettenreicher als die Diskussion über die Rotation im Tischtennis. Andere gängige Begriffe, die das gleiche meinen sind der Spin, der Schnitt oder der Drall.

Wie lässt sich die Rotation variieren?

Der Drall im Aufschlag und bei jeder anderen Schnittart im Tischtennis lässt sich zunächst in der Intensität variieren. Wenn man es denn beherrscht, kann man mit viel Schnitt, mit wenig Schnitt oder ganz ohne Drall spielen und seine Aufschläge gezielt variieren.

Die Rotationsart ist der nächste entscheidende Punkt. Dabei unterscheidet man zwischen Linkdrall, Rechtsdrall, Unterschnitt und Oberschnitt.

Blick auf die Praxis – wann wird welcher Schnitt angewendet?

Bei Linksrotation würde der Ball ohne wissentlichen Einfluss des Gegners vom Schläger nach rechts abspringen. Die meisten Spieler erzeugen diese Schnittart mit der Rückhand. Dadurch erhoffen sie sich, dass der Ball in die Vorhand zurückgespielt wird. Von dort ausgehend bauen sie ihren Angriff auf und ziehen vielmals Vorhand Topspin entweder gleich als harten Endschlag, oder als sicheren Schlag mit viel Spin, der der Spieleröffnung dient.

Der Aufschlag mit Linksrotation lässt sich in den Varianten mit Seitenunterschnitt, Seitenoberschnitt und reinem Seitenschnitt ausführen.

Bei Aufschlägen mit Rechtsrotation springt der Ball ohne gezielt der Rotation entgegen gesetzter Rückschlagbewegung nach links. Aus Sicht des Rechtshänders also in die Rückhand. Viele Rechtshänder führen trotzdem diesen Aufschlag aus. Springt der Ball in die Rückhandseite, so stellen sie sich häufig auf ihre starke Vorhand um und eröffnen das Spiel trotzdem mit der Vorhand. Auch dieser Aufschlag lässt sich mit Unterschnitt- oder Oberschnittanteil ausführen.

Der Aufschlag mit reinem Unterschnitt dient in erster Linie dazu, den Gegner am aggressiven Rückschlag zu hindern. Ohne gezielte gegnerische Einwirkung, springt der Ball nach unten und landet schließlich im Netz. Bundesligaspieler haben diese Aufschläge häufig sehr sehr intensiv trainiert, sodass eine Attacke darauf unmöglich erscheint.

Der Aufschlag mit reinem Oberschnitt dient dazu das Spiel schnell zu machen. Bei schlechter Antizipation des Aufschlags, springt dieser nach oben ab. Die nächste Konsequenz des Aufschlägers ist ein harter Schuss. Generell ist dieser Aufschlag schwer mit Unterschnitt zu returnieren ohne dass er hoch oder halbhoch zurückkommt. Meist wird er gekontert, geflippt oder gleich mit Topspin attackiert – das Spiel wird von beiden Seiten offensiv.

Ohne Training geht es nicht

Egal, ob Links- oder Rechtsdrall, Ober- oder Unterschnitt, um Aufschläge richtig gut, mit richtig viel Schnitt auszuführen muss man jahrelang trainieren. Am besten wird jede Trainingseinheit dazu genutzt. Zehn bis Fünfzehn Minuten reichen völlig aus. Eins ist Fakt, es ist der einzige Schlag, auf den der Gegner keinen direkten Einfluss hat.

Autor: Matthias Bormann

Die Variation der Ballflugkurve beim Aufschlag

Ausgehend von den PTRF Effekten, den entscheidenden Variationsmöglichkeiten beim Aufschlag und generell jedem Ball im Tischtennis, wirkt die Ballflugkurve auf den ersten Blick als nicht so wichtig.

Variation der Ballflugkurve zur Verunsicherung des Gegners – Die Wurfhöhe

Es stellt sich zurecht die Frage – wie kann man die Ballflugkurve bei Aufschlägen variieren?

Zunächst geht es bei den Regeln los. Hierbei ist es wichtig, dass der Ball aus der flachen Hand gerade nach oben geworfen werden muss. Dabei darf kein Körperteil diesen verdecken. Des weiteren muss er mindestens bis ungefähr Netzhöhe nach oben geworfen werden.

Diese Mindestangabe ist eine Möglichkeit hinsichtlich der Ballflugkurve eine Variation hinein zu bringen. Mit einem unterschiedlich hohem Ballwurf ist es möglich seinen Gegner zu verwirren. Möglicherweise schaut er sogar dem Ball immer nach, blickt dabei in ein Licht und wird dadurch irritiert.

Durch die scheinbar extrem lange Zeit, wie der Ball unterwegs ist, stellen sich viele Spieler auf diesen “Rhythmus” ein. Dies führt dazu, dass eigentlich ein kurzer Aufschlag erwartet wird. Führt man diesen dann kurzfristig z.B. durch eine schnelle Handgelenksbewegung schnell aus, so kann dies zu einem guten taktischen Mittel werden.

Variation der Ballflugkurve zur Verunsicherung des Gegners – Der Ballabsprung

Die Ballflugkurve kann ebenso während des Schlages geschehen. hierbei kann die Kurve infolge der Rotation links oder rechts herum gehen. Der Ball kann flach übers Netz gespielt werden. Dies empfiehlt sich sogar in der Regel. Sobald die Flugkurve höher wird, hat der Gegner die Chance den Ball direkt zu schießen. Und der Ball kann hoch über das Netz gespielt werden (i. d. R. nicht zu empfehlen).

Den Ball hoch über das Netz zu spielen und trotzdem einen sehr effektiven Aufschlag zu generieren ist möglich, erfordert aber viel Training. Die Kunst liegt darin, den Ball so zu spielen, dass der Gegner im ersten Moment denkt, dass der Ball über den Tisch hinweg fliegt. Durch einen hohen Absprung, wie er beispielsweise bei Kick-Aufschlägen im Tennis ausgeführt werden kann, wird dies gewährleistet.

Der Ball sollte dabei quasi in hohem Bogen über das Netz fliegen, um schließlich kurz vor der Grundlinie oder besser noch genau auf der Grundlinie aufzukommen.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langen Seitenschnittaufschlägen – Teil 3

Bei den folgenden beiden Artikeln soll es um Seitenschnittaufschläge mit Linksrotation gehen.

Vorteile der Linksrotation bei Aufschlägen

Wenn dem Schnitt von linksrotierenden Aufschlägen nicht entgegen gewirkt wird, so führen diese dazu, dass der Ball in die Vorhand gespielt wird oder er neben dem Tisch landet. Dies aus Sicht eines Rechtshänders. Wenn Linkshänder Linksrotation anwenden, so springt der Ball zur Rückhand.

Gerade im Kinder- und Jugendbereich wird häufig der Rückhandaufschlag mit Linksrotation als erstes gelehrt. Das Ziel ist es hierbei den Gegner dazu zu bringen, den Ball in die starke Vorhand zu spielen. Je höher das Niveau wird, umso besser erkennen die Spieler die Rotation und umso besser werden diese Bälle returniert.

Platzierung und Schnitt bei linksrotierenden Aufschlägen variieren

Ein wichtiges taktisches Mittel ist es die Aufschlaglänge und die Platzierung zu variieren. Dies erfolgt zum Beispiel mit einem langen linksrotierenden Seitenschnittaufschlag in die Rückhand. Es sollte dabei möglichst die identische Ausholbewegung erfolgen, um anschließend mit kurzem, wuchtigen Handgelenkeinsatz doch einen schnellen Aufschlag zu generieren.

Durch eine geringfügige Änderung des Winkels des Schlägerblattes, lässt sich bei der gleichen Bewegung ein unterschiedlicher Schnitt erzeugen. Der reine Seitenschnitt wird erzeugt, wenn das Schlägerblatt offen, gerade und möglichst steil als Verlängerung des Armes gehalten wird. Seitlichen Unterschnitt erzeugt man, indem das Schlägerblatt so gedreht wird, dass es ähnlich, wie die Tischtennisplatte längs und flach gehalten wird.

Eine weitere Hilfestellung, um Seitunterschnitt zu erzeugen ist, dass man beim Schlag eine Art Abwärtsbewegung vollzieht. Bei einer rein seitlichen Bewegung kommt folglich Seitenschnitt zustande.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langen Seitenschnittaufschlägen – Teil 1

Bei den Seitenschnittaufschlägen gibt es die Varianten links- und rechtsrotierend. Bei rechtsrotierenden Aufschlägen springt der Ball vom Schläger nach links weg, wenn der annehmende Spieler diesem Schnitt nicht entgegenwirkt. Bei linksrotierenden Aufschlägen springt der Ball nach rechts weg.

Die Position beim Ausführen des Aufschlags

Der überwiegende Teil der Tischtennisspieler ist Rechtshänder. Von den Tischtennis spielenden Personen ist bei den meisten die Vorhand stärker, als die Rückhand.

Demzufolge sollte versucht werden, dass die starke Seite nach dem Aufschlag eingesetzt werden kann. Um dies zu gewährleisten, bedienen sich viele Spieler einem psychologischen Mittel. Sie führen Aufschläge aus, bei denen sie auf der Rückhandseite stehen. Dadurch wird dem Gegner suggeriert “die weite Vorhand ist frei – dort sollst du hinspielen”.

Das das nicht immer klappt ist klar, aber auch beim Rückschlag auf die Rückhand ist es einfacher die Vorhand zu umlaufen.

Lange Aufschläge mit Rechtsrotation

Von der Position am Rande der linken Tischhälfte ausgehend werden am häufigsten Aufschläge von Rechtshändern ausgeführt. Um einen schnellen, langen Aufschlag mit Rechtsrotation auszuführen, sollte der Ball mit maximaler Beschleunigung möglichst seitlich gestriffen werden.

Bei langen Aufschlägen ist es einfacher viel Seitenschnitt zu erzeugen, als bei kurzen. Die Gefahr ist, dass der gegnerische Spieler diese antizipiert, sich gut zum Ball stellt und selbst direkt angreift. Durch den Seitschnitt, ist es allerdings komplizierter. Dieser Schnitt muss zusätzlich zur Komponente Geschwindigkeit und Platzierung berücksichtigt werden, sodass lange Seitschnittaufschläge zu einer gefährlichen Alternative im Aufschlagspiel werden können.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langen Unterschnittaufschlägen – Teil 1

Auch lange Unterschnittaufschläge können eine taktische Variante sein, die man ab und zu – vor allem in unteren Ligen einsetzen kann.

Zielstellung bei langen Unterschnittaufschlägen

Generell dienen Unterschnittaufschläge dazu, dass der Gegner nicht sofort angreifen kann. Sie sollen dazu dienen, dass er zurück schupft, sodass der eigene Angriff im Anschluss erfolgen soll.

Unterschnittaufschläge werden mit vielen verschiedenen Varianten sowohl in den Kreisligen, als auch im Bezirk oder auch in der Bundesliga eingesetzt. In Kreisligen wird im Anschluss an diese Bälle oft mehrmals passiv gespielt, je höher die Ligaangehörigkeit ist, umso eher wird versucht anzugreifen – meist mit einem Topspin.

Im Optimalfall erkennt der Gegner den Unterschnitt nicht oder schätzt ihn nicht so stark ein, dann landet der Ball im Netz, was zu einem direkten Punktgewinn führt. Wenn der Unterschnittaufschlag lang ausgeführt wird, so besteht die Gefahr, dass der Gegner mit einem Topspin der Rückwärtsrotation entgegenwirkt und durch eine noch höhere Vorwärtsrotation den Ball übers Netz befördert.

Der Vorteil eines langen Unterschnittaufschlags ist, dass der Gegner dem starken Schnitt nur mit viel Rotation entgegenwirken kann. Ein zu starkes Tempo führt zu hohem Risiko und somit bei geringfügig falscher Schlagausführung zum Landen des Balls im Netz. Einer hoher Rotation kann man beim Rückschlag entgegenwirken, indem der Schläger “zu gemacht” wird. Bei hohem Tempo, wie es bei Oberschnittaufschlägen zu erwarten ist, hilft nur eine gute Reaktionsfähigkeit.

Platzierung langer Unterschnittaufschläge

Wie auch generell bei langen Aufschlägen ist es sinnvoll die Grundlinie anzuvisieren. Bei extremer Rückwärtsrotation ist es auch möglich einen guten Aufschlag durch halblange Bälle zu erzeugen, die zum Angreifen verleiten und somit zum direkten Punktgewinn führen können, sollte der viele Unterschnitt unterschätzt werden.

Man muss sich in diesem Fall immer bewusst sein, dass der Gegner auch angreifen kann. Mögliche Reaktionen auf den Angriffsball mit viel Topspin sind:

• Block (Achtung Schläger zu machen, da viel Vorwärtsdrall im Ball ist)
• Gegentopspin
• Schuss
• Schnittabwehr (von Defensivspielern bevorzugt)

Autor: Matthias Bormann

Die Variation des Tempos beim Aufschlag

Wie auch generell im Spiel kommt es beim Aufschlag auf die Vielzahl der Varianten an. Nicht nur Rotation und Platzierung sind wichtig, sondern auch die Ausführung des Aufschlags mit unterschiedlichem Tempo.

Möglichkeiten das Tempo zu variieren

Es gibt schnelle und langsame Aufschläge. Aber wie führt man diese aus? Die langsame Variante – egal, ob mit viel oder ob mit wenig Schnitt, sollte jedem klar sein. Besonders empfehlenswert ist dabei der Unterschnittaufschlag. Führt man diesen mit entsprechend langer Flugphase des Balls in der Luft aus (das ist die hohe Kunst wie er z.B. von Hermann Mühlbach ausgeführt wird), so kann man das Spiel noch langsamer machen. Um seinen Kontrahenten aus dem Rhytmus zu bringen, hilft manchmal auch eine längere Konzentrationsphase vor dem Schlag.

Richtig schnelle Aufschläge zu erlernen braucht Zeit. Das wichtigste ist, dass man den Ball erst kurz bevor er auf dem Tisch aufkommen würde schlägt. Dabei sollte man ebenso an eine schnellkräftige Bewegung des Armes und gegebenenfalls auch des Handgelenks denken. Wichtig zu wissen ist auch, dass schnelle Aufschläge nur dann Sinn machen, wenn sie auch richtig lang kommen. Lang bedeutet im Optimalfall auf die weiße Begrenzungslinie des Tischtennistischs.

Gesundes Verhältnis zwischen schnellen und langsamen Aufschlägen

Je höher die Spielklasse ist, umso weniger werden schnelle und lange Aufschläge gemacht. Der Grund dafür liegt in der Schnelligkeit und in der Reaktionsfähigkeit der Gegner. Viele Spieler erreichen selbst dies Überraschungsaufschläge (90% der Aufschläge werden kurz gemacht) und können direkt zum Angriff übergehen.

Das angegebene Verhältnis von 90 zu 10 ist in vielen Spielklassen üblich. Im Kreis neigen jedoch einige Spieler dazu fast nur lange Aufschläge zu machen. Sobald sie gegen stärkere Gegner spielen und die ihre Aufschläge alle angreifen, wissen sie aber was sie verbessern können. Auch auf Kreisebene sollte das Verhältnis so ausfallen, dass die Mehrzahl der Aufschläge kurz ausgeführt wird. Kurz bedeutet, dass der Ball mindestens 2 Mal auf der gegnerischen Tischhälfte aufkommt.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit Aufschlägen auf den Bauch – Teil 2

Nicht immer erkennt der Gegner sofort, dass ein Aufschlag lang genug kommt, um ihn anzuziehen. Dies ist ebenso ein Vorteil des “Aufschlags auf den Bauch”. Wenn er zu spät erkannt wird, so wird der Rückschlag oftmals nur als Schupf, von vielen sogar halbhoch zurückgespielt.

Aufschlag auf den Bauch – wenn der Gegner zurückschupft

Der Aufschlag auf den Bauch sollte nicht zu häufig angewendet werden. Wie bereits erwähnt, ist die Gefahr da, dass der Gegner direkt angreift. Die Übung von letzter Woche zielte genau darauf ab, diesen Fall zu berücksichtigen.

Die Aufschlagvariante sollte in einem Verhältnis von 1:5 oder sogar nur 1:7 angewendet werden. Ebenso sollten lange Aufschläge nicht zu häufig eingesetzt werden, es sei denn, man spielt gegen Abwehrspieler, dann ist es ein gängiges Mittel.

Wie regiert man nun auf einen Schupfball nach diesem Aufschlag? Ganz einfach – angreifen. Topspin oder Schuss ist die Devise. Dadurch, dass der Ball halblang kommt, ist es für den Gegner extrem schwer (bei Oberschnitt noch schwerer, als bei Unterschnitt) diesen Aufschlag kurz hinter das Netz zurückzuspielen.

Halblange Aufschläge möglichst mit viel Seit- oder Oberschnitt spielen

Dadurch, dass diese Aufschlagvariante als Überraschungsaufschlag gedacht ist, der so lang kommt, dass der Gegner bei richtiger Antizipation angreifen wird, könnt ihr alles an Schnitt reinlegen, was ihr zur Verfügung habt.

Was nützt ein Aufschlag auf den Bauch mit Unterschnitt? Nichts. Euer Gegner hat es umso leichter euch den Ball um die Ohren zu hauen. Daher ist es sinnvoll so viel Seit- oder Oberschnitt einzubauen, wie es nur geht. Es ist ein Risikoaufschlag – ja, aber nicht selten führt er direkt zum Punktgewinn.

Autor: Matthias Bormann

Lange Aufschläge in die Rückhand

In dem folgenden Artikel wird auf den langen Aufschlag in die Rückhand eingegangen. Die meisten Tischtennistrainer nehmen diese Variante sehr selten in das Trainingsprogramm auf, jedoch ist es vor allem wichtig als Rückschläger bei diesem Aufschlag stets wach zu sein und möglichst direkt anzugreifen.

Vorbetrachtungen zum langen Aufschlag in die Rückhand

Der lange Aufschlag in die Rückhand wird häufiger angewendet, als der lange Aufschlag in die Vorhand. Dies hat den Grund, dass die meisten Tischtennisspieler auf der Vorhand stärker sind, als auf der Rückhand. Außerdem ist es so, dass die Anzahl langer Aufschläge im Laufe eines Matches umso höher ist, je niedriger die Spielstärke ist.

Generell sollte der lange Aufschlag nicht zu häufig eingesetzt werden, da sich der Gegner darauf einstellen kann und einem die Bälle um die Ohren „pfeffert“, sobald er diesen richtig antizipiert hat.

Wie lässt sich der lange Aufschlag in die Rückhand variieren?

Auch bei dieser Aufschlagvariante ist es aus Sicht es Aufschlägers wichtig die PTRF – Effekte möglichst häufig zu ändern, damit sich der Gegner nicht darauf einstellt. Die Platzierung kann also über den gesamten Rückhandbereich verändert werden. Der Faktor Tempo sollte bei langen Aufschlägen immer möglichst zugunsten der Schnelligkeit ausfallen.

Hinsichtlich der Rotation sind keine Grenzen gesetzt. Jedoch führt eine Anwendung des Aufschlags mit viel Rückwärtsrotation dazu, dass der Aufschlag langsamer wird. Den Einfluss der Ballflugkurve wird von vielen Unterschätzt. Bei langen Aufschlägen kann es durchaus beim Gegner für Verwirrung sorgen, wenn der Ball etwas höher z.B. mit Unterschnitt oder Seitschnitt auf die Grundlinie fliegt. Viele gehen dann davon aus, dass der Ball ins „Aus“ geht und sind sehr überrascht, wenn er doch noch im letzten Moment auf der Platte landet.

Autor: Matthias Bormann