Archiv der Kategorie: Trainingsmethodik

Gute Grundlagenausdauer kompensiert Belastungsspitzen

Die Belastungscharakteristik im Tischtennissport lässt sich in eine aktive und in eine passive Phase einteilen. Wobei die aktive durch den Zeitraum des Ballwechsels beschrieben wird und der passive Anteil durch Pausen gekennzeichnet ist, in denen der Ball wieder aufgenommen werden muss. Untersuchungen zeigen, dass das Spiel-Pausen-Verhältnis bei der Sportart Tischtennis bei 1:3 liegt. Eine Studie mit Leistungs- und Freizeitspielern brachte folgende Leistungsparameter hervor:

• durchschnittliche Herzfrequenz von 154 S min-1 (max. 190 S min-1)
• durchschnittlicher Laktatwert von 2.0 mmol l-1 (max. 3.0 mmol l-1)
• mittlere Ballwechseldauer von 3.8 s
• Anteil der aktiven Bewegungsphase an der Gesamtspielzeit von 36 %

Das wiederum hat Auswirkungen auf das physiologische Anforderungsprofil eines Tischtennisspielers. Grundlegend kann ein Tischtennisspieler aufgrund des hohen Pausenanteils mit einer aeroben Energiebereitstellung (ausreichender Sauerstoffaufnahme, vollständiger Glucoseabbau) den Energiebedarf vollständig abdecken.
Die kurzen Ballstafetten mit höheren Intensitäten können über eine anaerobe alaktazide Energiebereitstellung (unzureichender Sauerstoffaufnahme, unvollständiger Glucoseabbau – Entstehung von Laktat) realisiert werden.

Die Gefahr einer Übersäuerung – das Ansteigen des Laktatspiegels bis zur Muskelermüdung – ist verschwindet gering, da die Spielpausen reichen, ein fortlaufendes Regenerationsniveau aufrechtzuerhalten.

bastian_steger
Foto: pixabay

Die Rückschlüsse für das Training im Tischtennis, insbesondere was die Optimierung der Fitness angeht, liegen in einer gut trainierten Grundlagenausdauer (GA). Ist die GA von einer guten Qualität, können die kurzen, intensiven Belastungsmomente (1 – 13 Sekunden) sehr gut kompensiert werden. Die Bewegungscharakteristik im Tischtennis ist folgendermaßen skizziert:

• fortlaufende Beinarbeit gekennzeichnet durch Richtungswechsel und Abstoppbewegungen
• schnellkräftige Bewegungen des Schlagarms
• ein hohes Reaktionsvermögen

Auch die Ebene der Motivation und Volition muss bei dieser Betrachtung berücksichtigt werden. Hier zeigen Studien deutliche Unterschiede der durchschnittlichen Herzfrequenz zwischen einem einfachen Training, einem Trainingsspiel und dem Spiel im Wettkampf. Die mittleren und maximalen Werte fallen im Training und Trainingspiel gegenüber dem Wettkampf deutlich niedriger aus.

Quelle: Onlinemagazin Spomedial, Ruhr Uni Bochum

Methodische Reihe für den Rückhand Flip – Nummer 5 von 5

Die nächste Situation ist am nächsten am Spielgeschehen dran. Ein kurzer Aufschlag darf entweder geflippt werden, oder er wird kurz zurückgelegt. Die Entscheidung, welche Schlagtechnik gewählt wird, ist dem Spieler selbst überlassen.

Spieler 1: kurzer Aufschlag in die Rückhand mit Unter, Seit oder Oberschnitt (1)
Spieler 2: kurzer Rückschlag, oder Flip diagonal oder Flip parallel
Spieler 1: Block oder Schupfball auf die Vorhand
Spieler 2: Topspin – auf Tischmitte
frei

Methodische Reihe für den Rückhand Flip – Nummer 4 von 5

Der Rückhand Flip sollte nach Möglichkeit recht variabel einsetzbar sein. Mit Variabilität ist hierbei die Fähigkeit gemeint bei gleicher Ausholbewegung den Flip auf unterschiedliche Positionen zu platzieren.

Spieler 1: kurzer Schnittloser Aufschlag in die Rückhand (1)
Spieler 2: RH Flip in die Vorhand oder in die Rückhand (2a oder 2b)
Spieler 1: Topspin in die Rückhand mit Vor- oder Rückhand, je nachdem, wohin der Ball zuvor platziert wurde. (3a oder 3b)
Spieler 2: aggressiver Block diagonal (4)
frei

Methodische Reihe für den Rückhand Flip – Nummer 3 von 5

Natürlich sollte man auch beim Rückhand Flip versuchen den Gegner unangenehm anzuspielen. Eine Region, welche die meisten Tischtennisspieler nicht gern haben, ist das Anspiel auf den Bauch. Dort muss man sich zwingend zur Seite bewegen, um einen möglichst effektiven Schlag ausführen zu können.

Spieler 1: kurzer Schnittloser Aufschlag in die Rückhand
Spieler 2: Rückhand Flip auf die Bauchregion
Spieler 1: Block auf die Vorhand
Spieler 2: harter Vorhand Topspin weit in die Vorhand
frei

Methodische Reihe für den Rückhand Flip – Nummer 2 von 5

Im Fokus dieser Übung steht die Platzierungsänderung des Rückhand Flips. Nun wird dieser parallel gespielt. Der Hintergrund ist, dass man mit dieser Variation den Gegner überraschen kann, da häufig nur diagonal geflippt wird.

Spieler 1: kurzer Schnittloser Aufschlag in die Rückhand (1)
Spieler 2: RH Flip paralell in Vorhand (2)
Spieler 1: VH Topspin diagonal (3)
Spieler 2: Gegentopspin diagonal (3)

Die meisten Spieler greifen an, sobald sie einen Ball weit in die Vorhand bekommen. Aus diesem Grund soll dies auch nach dem Flip geschehen. Der Gegentopspin ist ein gute Variate, um diesem Schlag zu kontern.

Methodische Reihe für den Rückhand Flip – Nummer 1 von 5

Der Rückhand Flip wird häufiger gespielt, als der Vorhand Flip. Dies liegt daran, dass die meisten Spieler auf die Rückhandseite servieren. In der ersten Übung dieser Reihe erfolgt der RH Flip diagonal.

Spieler 1: kurzer Schnittloser Aufschlag in die Rückhand (1)
Spieler 2: RH Flip diagonal (2)
Spieler 1: Block parallel in Vorhand (3)
Spieler 2: Topspin diagonal in Vorhand als Endschlag (4)
frei

Methodische Reihe für den Vorhand Flip – Nummer 5 von 5

Der Vorhand Flip bietet sich nicht in jeder Situation als der optimale Schlag an. So kann ein sehr starker Unterschnittaufschlag dazu führen, dass der Ball nicht übers Netz gebracht werden kann Aufgrund des starken Unterschnitts, dem entgegen gewirkt werden muss. Bei dieser Übung wird geübt den Ball situativ entweder zu Flippen (freie Entscheidung, ob diagonal oder parallel) oder ihn kurz zurück zu legen.

Spieler 1: kurzer Aufschlag in Vorhand (Unterschnitt oder schnittlos) (1)
Spieler 2: je nach Schnittart entscheidet er, ob er Flip diagonal, Flip parallel oder kurzer Rückschlag spielt (2a, 2b oder 2c)
Spieler 1: in jedem Fall spielt Spieler 1 weit in die Rückhand (3a, 3b oder 3c)
Spieler 2: dieser Ball wird umlaufen und mit einem Vorhand Topspin auf die Mitte gezogen (4)

Methodische Reihe für den Vorhand Flip – Nummer 4 von 5

Das überraschende Element beim Flip ist die situative Richtungsänderung. Gelingt es den Schlag so auszuführen, dass man im letzten Moment das Handgelenk so steuert, dass der Ball entweder in die Vorhand oder in die Rückhand befördert wird, kann man auf gegnerische Bewegungen sehr gut reagieren.

Spieler 1: kurzer schnittloser Aufschlag in die Vorhand (1)
Spieler 2: Flip entweder in die VH oder in die Rückhand (2a oder 2b)
Spieler 1: Blockball in die Mitte (3a oder 3b)
Spieler 2: Vorhand Topspin als Endschlag in die Vorhand (4)

Methodische Reihe für den Vorhand Flip – Nummer 3 von 5

Bei dem Vorhand Flip parallel wird das Handgelenk noch weiter geöffnet. Der Mini Topspin erfolgt entlang der Außenlinie, sodass der Schlag auf die Rückhand des Gegners geht. Aus dieser Position spielen die meisten Spieler eher diagonal. Dies wird auch in dieser Übung einfließen.

Spieler 1: kurzer schnittloser Aufschlag in die Vorhand
Spieler 2: VH Flip parallel
Spieler 1: Block diagonal
Spieler 2: Rückhand Topspin auf Mitte
frei

Methodische Reihe für den Vorhand Flip – Nummer 2 von 5

Der Vorhand Flip diagonal ist der einfachste Schlag hinsichtlich der Platzierung. Sobald die Platzierung mehr in Richtung Rückhand geht, erfolgt eine Anpassung der Schlagtechnik mit dem Handgelenk. Der Winkel wird verkürzt und der Schlag wird komplizierter. Wird dieser Schlag beherrscht, kann er zur taktischen Waffe werden. Denn so kann eine unangenehme Zone beim Gegner angespielt werden – die Bauch/ Ellbogenzone. Dort muss er sich entscheiden, ob er Vor- oder Rückhand nehmen muss.

Spieler 1: kurzer schnittloser Aufschlag in die Vorhand (1)
Spieler 2: VH Flip auf die Mitte (Bauch/Ellbogenregion) (2)
Spieler 1: Block oder Konter auf die Rückhand (3)
Spieler 2: Rückhand Topspin in gestricheltes Feld (4)
frei