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Trainingsübungen mit langen Unterschnittaufschlägen – Teil 2

Nachdem die Theorie vergangene Woche abgehandelt wurde, kommt nun eine konkrete Trainingsübung. Dabei geht es vor allem darum auf den Rückschlag des Gegners einzugehen.

Übungsbeispiel für Übungen mit langem Unterschnittaufschlag

Bei langen Unterschnittaufschlägen gibt es zwei Varianten des Returns. Den Angriff mittels Topspin oder das zurücklegen mit einem Schupfball. Die folgende Übung geht auf die erste Variante ein. Sie schult zum Einen die Verbesserung des eigenen Aufschlags, zum Anderen den Umgang mit einem angegriffenen Ball nach einem langen Aufschlag mit viel Unterschnitt.

Ein Tipp vorneweg: Durch den hohen Anteil Vorwärtsrotation (Topspin) kann es passieren, dass der Blockball weit über den Tisch hinweg springt. Um diesem Effekt entgegen zu wirken, muss der Schläger mehr zu gemacht werden. Dies bedeutet, dass die Schlägerspitze mehr in Richtung Netz gehalten werden muss.

Langer Unterschnittaufschlag Angriff mit Topspin

Die Überschrift erklärt bereits die Spieleröffnung. Da es sich um eine Partnerübung handelt, spielen zwei Trainingspartner zusammen. Spieler 1 befindet sich unten (in der Zeichnung). Sein Trainingspartner (Spieler 2) spielt oben.

Spieler 1 beginnt mit dem besagten Unterschnittaufschlag (1), der möglichst lang in die Rückhandseite von Spieler 2 gespielt werden soll. Von dort aus spielt Spieler 2 einen Topspin diagonal (2). Dieser Topspin sollte mit viel Rotation gespielt werden. Gesetz dem Fall euer Trainingspartner spielt nur wenig Unterschnitt ein, so kann der Ball auch härter geschlagen werden. Generell darf der Topspin sowohl mit der Vorhand, als auch mit der Rückhand gespielt werden. Spieler 1 blockt den Topspin im Anschluss parallel (3). Danach wird der Punkt ausgespielt.

Tipp: Der Block 3 darf ruhig etwas härter gespielt werden. Der Vorteil eines Aufschlags mit viel Unterschnitt ist, dass der Gegner ihn in der Regel nicht so hart und schnell anziehen kann. Vielmehr setzt er auf viel Rotation und eine hohe Ballflugkurve. Durch diesen Gewinn an Zeit durch die hohe Ballflugkurve kann man zur Konzentration nutzen und schließlich einen harten Blockball parallel ansetzen.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: langer Unterschnittaufschlag (1)
• Spieler 2: Topspin diagonal mit viel Schnitt und hoher Ballflugkurve (2)
• Spieler 2: Block parallel (3)
• frei

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langen Unterschnittaufschlägen – Teil 1

Auch lange Unterschnittaufschläge können eine taktische Variante sein, die man ab und zu – vor allem in unteren Ligen einsetzen kann.

Zielstellung bei langen Unterschnittaufschlägen

Generell dienen Unterschnittaufschläge dazu, dass der Gegner nicht sofort angreifen kann. Sie sollen dazu dienen, dass er zurück schupft, sodass der eigene Angriff im Anschluss erfolgen soll.

Unterschnittaufschläge werden mit vielen verschiedenen Varianten sowohl in den Kreisligen, als auch im Bezirk oder auch in der Bundesliga eingesetzt. In Kreisligen wird im Anschluss an diese Bälle oft mehrmals passiv gespielt, je höher die Ligaangehörigkeit ist, umso eher wird versucht anzugreifen – meist mit einem Topspin.

Im Optimalfall erkennt der Gegner den Unterschnitt nicht oder schätzt ihn nicht so stark ein, dann landet der Ball im Netz, was zu einem direkten Punktgewinn führt. Wenn der Unterschnittaufschlag lang ausgeführt wird, so besteht die Gefahr, dass der Gegner mit einem Topspin der Rückwärtsrotation entgegenwirkt und durch eine noch höhere Vorwärtsrotation den Ball übers Netz befördert.

Der Vorteil eines langen Unterschnittaufschlags ist, dass der Gegner dem starken Schnitt nur mit viel Rotation entgegenwirken kann. Ein zu starkes Tempo führt zu hohem Risiko und somit bei geringfügig falscher Schlagausführung zum Landen des Balls im Netz. Einer hoher Rotation kann man beim Rückschlag entgegenwirken, indem der Schläger “zu gemacht” wird. Bei hohem Tempo, wie es bei Oberschnittaufschlägen zu erwarten ist, hilft nur eine gute Reaktionsfähigkeit.

Platzierung langer Unterschnittaufschläge

Wie auch generell bei langen Aufschlägen ist es sinnvoll die Grundlinie anzuvisieren. Bei extremer Rückwärtsrotation ist es auch möglich einen guten Aufschlag durch halblange Bälle zu erzeugen, die zum Angreifen verleiten und somit zum direkten Punktgewinn führen können, sollte der viele Unterschnitt unterschätzt werden.

Man muss sich in diesem Fall immer bewusst sein, dass der Gegner auch angreifen kann. Mögliche Reaktionen auf den Angriffsball mit viel Topspin sind:

• Block (Achtung Schläger zu machen, da viel Vorwärtsdrall im Ball ist)
• Gegentopspin
• Schuss
• Schnittabwehr (von Defensivspielern bevorzugt)

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübung mit schnellen langen Aufschlägen – Teil 1

Lange Aufschläge sollten in der Regel auch schnell erfolgen. Es handelt sich dabei um Überraschungsaufschläge, die der Gegner wenn möglich erst im letzten Moment erkennen kann.

Lange Aufschläge trainieren

Eine Trainingsübung für lange schnelle Aufschläge lohnt sich nur dann durchzuführen, wenn man diesen Aufschlag auch beherrscht. Am besten ist es also das Aufschlagtraining in jede Trainingseinheit zu integrieren. Zehn bis fünfzehn Minuten reichen völlig zu.

Als Zeitpunkt für das Aufschlagtraining bietet sich der Beginn oder das Ende des Trainings an. Wenn der Fokus des Trainings auf der Erlernung eben dieser Schlagtechnik liegt, so sollte er auch am Anfang direkt nach der Erwärmung erlernt werden. Am Ende bietet es sich vor allem für sehr engagierte Teilnehmer an. Dies kann auch ohne Anleitung des Trainers geschehen.

Übung für lange Aufschläge

Der Fokus des Trainings von langen Aufschlägen sollte auf der Geschwindigkeit und der Platzierung liegen. Da es sich um eine Variante handelt, die vor allem dazu dient den Gegner auch mal auf dem falschen Fuß zu erwischen, so ist die Rotation im Aufschlag nebensächlich. Das soll nicht heißen, dass jeder lange Aufschlag zwingend ohne Schnitt erfolgen soll. Viel Rotation ist immer ein Vorteil. Es bedeutet lediglich, dass die Komponenten Rotation etwas weiter nach hinten rückt.

Wie trainiert man nun schnelle, lange und gut platzierte Aufschläge? Für die Komponente Platzierung bietet es sich an, sich ein Ziel auf die Tischtennisplatte zu stellen. Ein Plastikbecher reicht hierbei völlig aus. Sinnvolle Anspielpunkte sind die weite Vorhand, die weite Rückhand und die Ellenbogen bzw. Bauchregion. Es handelt sich hierbei um Orte auf den Tischtennistisch, die nur so erreicht werden können, das man sich bewegt.

Wenn sich der Gegner bewegen muss und zudem noch durch eine möglichst ähnliche Schlagbewegung, wie beim kurzen Aufschlag erst kurz vor knapp sieht, dass der Aufschlag schnell wird, so sind die besten Vorraussetzungen für einen direkten Punktgewinn geschaffen.

Autor: Matthias Bormann

Die Variation des Tempos beim Aufschlag

Wie auch generell im Spiel kommt es beim Aufschlag auf die Vielzahl der Varianten an. Nicht nur Rotation und Platzierung sind wichtig, sondern auch die Ausführung des Aufschlags mit unterschiedlichem Tempo.

Möglichkeiten das Tempo zu variieren

Es gibt schnelle und langsame Aufschläge. Aber wie führt man diese aus? Die langsame Variante – egal, ob mit viel oder ob mit wenig Schnitt, sollte jedem klar sein. Besonders empfehlenswert ist dabei der Unterschnittaufschlag. Führt man diesen mit entsprechend langer Flugphase des Balls in der Luft aus (das ist die hohe Kunst wie er z.B. von Hermann Mühlbach ausgeführt wird), so kann man das Spiel noch langsamer machen. Um seinen Kontrahenten aus dem Rhytmus zu bringen, hilft manchmal auch eine längere Konzentrationsphase vor dem Schlag.

Richtig schnelle Aufschläge zu erlernen braucht Zeit. Das wichtigste ist, dass man den Ball erst kurz bevor er auf dem Tisch aufkommen würde schlägt. Dabei sollte man ebenso an eine schnellkräftige Bewegung des Armes und gegebenenfalls auch des Handgelenks denken. Wichtig zu wissen ist auch, dass schnelle Aufschläge nur dann Sinn machen, wenn sie auch richtig lang kommen. Lang bedeutet im Optimalfall auf die weiße Begrenzungslinie des Tischtennistischs.

Gesundes Verhältnis zwischen schnellen und langsamen Aufschlägen

Je höher die Spielklasse ist, umso weniger werden schnelle und lange Aufschläge gemacht. Der Grund dafür liegt in der Schnelligkeit und in der Reaktionsfähigkeit der Gegner. Viele Spieler erreichen selbst dies Überraschungsaufschläge (90% der Aufschläge werden kurz gemacht) und können direkt zum Angriff übergehen.

Das angegebene Verhältnis von 90 zu 10 ist in vielen Spielklassen üblich. Im Kreis neigen jedoch einige Spieler dazu fast nur lange Aufschläge zu machen. Sobald sie gegen stärkere Gegner spielen und die ihre Aufschläge alle angreifen, wissen sie aber was sie verbessern können. Auch auf Kreisebene sollte das Verhältnis so ausfallen, dass die Mehrzahl der Aufschläge kurz ausgeführt wird. Kurz bedeutet, dass der Ball mindestens 2 Mal auf der gegnerischen Tischhälfte aufkommt.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langem Aufschlag in die Vorhand – Teil 1

Im Anschluss an die Übungsreihe mit langen Aufschlägen auf die Rückhand, sollen nun Aufschläge in die Vorhand und die Reaktion auf diese Variante trainiert werden.

Lange Aufschläge in die Vorhand – Prinzipielle Überlegungen

Generell sollten lange Aufschläge in die Vorhand eher selten eingesetzt werden. Vielmehr ist dies eine Variante, die man einsetzen kann, um den Gegner zu überraschen. Bei den meisten Tischtennisspielern ist die Vorhand die „stärkere“ Seite.

Sobald ein Aufschlag langsam und lang, oder halblang auf die Vorhand gespielt wird, setzen sie diese ein und spielen einen Topspin, der oftmals zum Erfolg für sie führt. Daher gilt es allgemein, dass man wenn überhaupt eher kurze Aufschläge in die Vorhandseite machen sollte. Als Überraschungsaufschlag würde ich behaupten ist ein Verhältnis von 10 zu 90 % bezogen auf die Satzdauer sinnvoll.

Wie kann man lange Aufschläge variieren?

Auch bei langen Aufschlägen in die Vorhand sind die sog. PTRF-Effekte entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg. Außerdem sollte die Bewegungsausführung nicht zu offensichtlich erfolgen. D.h. jeder Spieler sollte sich in der Ausgangsstellung so hinstellen und die Schlagausführung so beginnen, als ob er einen „normalen“ kurzen Aufschlag ausführen will.

Erst im letzten Moment erfolgt die Schlagbewegungsanpassung so, dass der lange Aufschlag möglich wird. Dabei gilt: Geschwindigkeit vor Effet!!

Wie aus vorangegangenen Berichten bekannt ist bei den Aufschlägen auf Platzierung, Tempo, Rotation und Flugkurve zu achten. Bei langen Aufschlägen – vor allem in die VH – ist das Tempo die wichtigste Komponente. Warum? Ganz einfach, weil es auf den Überraschungseffekt ankommt und dieser umso größer wird, je schneller der Ball fliegt.

Ein langsamer Unterschnittaufschlag in die Vorhand ziehen die meisten Tischtennisspieler direkt an. Sie warten regelrecht auf einen missglückten kurzen Aufschlag, der etwas länger geraten ist, um diesen ihren Gegner um die Ohren zu hauen. Wichtig ist auch die Platzierung. Ein geplanter langer Aufschlag in die Vorhand sollte auch wirklich lang auf die Grundlinie der Vorhand kommen und nicht zu nah an die Tischmitte. Dort muss sich der Gegner kaum hinbewegen und kann leichter angreifen, als wenn er noch einen Sidestep nach rechts machen muss.

Autor: Matthias Bormann

Teil 3 – Trainingsübungen mit langem Aufschlag in die Rückhand

In Teil Nummer drei der Übungsserie mit langen Aufschlägen in die Rückhand, soll es nun darum gehen den Aufschlag so zu returnieren, dass der Ball auf die Mitte kommt.

Warum sollte man den Topspin auf die Mitte platzieren?

Die meisten Trainer geben ihren Schülern/ zu trainierenden Personen den Hinweis immer dorthin zu spielen, wo der Gegner nicht steht. Dies ist auch prinzipiell eine gute taktische Variante, da der Gegner sich dann immer erst bewegen muss, bevor er den Ball schlagen kann und so oftmals nicht seine optimale Technik ausüben kann.

Als taktische Variante bietet es sich allerdings an auch ab und zu auf die Mitte, oder noch besser – auf den Bauch zu spielen. Dies hat den Vorteil, dass der Gegner nicht weiß, ob er den Ball nun mit der Vor- oder mit der Rückhand annehmen soll und führt dadurch wiederum bei ihm zu einer Technikanpassung die nicht selten dazu führt, dass er den Ball nicht übers Netz gespielt bekommt.

Langer Aufschlag – Topspin auf die Mitte

Wie die Überschrift schon aussagt, gibt es bei der grundsätzlichen Beschreibung der Trainingsübung nicht viel hinzuzufügen. Spieler 1 und 2 spielen wieder zusammen, sodass Spieler 1 unten und Spieler 2 oben steht. Nach einem langen Aufschlag in die Rückhand (1) von Spieler 1, spielt Spieler 2 einen Topspin (2) auf Tischmitte von Spieler 1.

Dieser Topspin sollte möglichst schnell und genau in die Region des Bauchs bzw. des Ellbogens gespielt werden. Danach ist frei. D.h., dass Spieler 2 die Möglichkeit hat den Block überall hin zu platzieren. Beide Spieler versuchen nun den Punkt zu machen.

Varianten:

• Topspin mit Vorhand
• Topspin mit Rückhand
• Schneller Topspin
• Hoch rotierender Topspin
• Blockvarianten (schnell, langsam, verschiedene Platzierungen)

Kurzbeschreibung der Trainingsübung

• Spieler 1 macht einen langen Aufschlag in die Rückhand (1)
• Spieler 2 spielt Topspin auf die Mitte (2)
• Spieler 1 versucht diesen Ball zu returnieren
• frei

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langem Aufschlag in die Rückhand – Teil 2

Die meisten Spieler versuchen einen langen Aufschlag in die Rückhand zu umlaufen und schließlich mit einem Topspin anzugreifen. Die sicherste Variante ist diesen Topspin auf die Mitte zu ziehen. Viele Spieler neigen dazu den Topspin gleich auf die Rückhandseite des Gegners zu ziehen. Die letztgenannte Variante wird mit der folgenden Trainingsübung trainiert.

Übungsablauf

Die Trainingsübung wird von zwei Spielern durchgeführt. Diese werden als Spieler 1 und Spieler 2 bezeichnet, wobei sich Spieler 1 in der Zeichnung unten befindet und Spieler 2 oben zu sehen ist.

Sie beginnt mit einem langen, diagonalen Aufschlag (1) von Spieler 1 auf die Rückhandseite von Spieler 2. Dieser stellt sich auf die Vorhand um und zieht einen VH Topspin diagonal (2). Spieler zwei hat nun zwei Wahloptionen: Entweder er spielt den folgenden Block auf die Vorhand (3a) oder auf die Mitte (3b) von Spieler 2.

Spieler 2 muss nun versuchen sich optimal zu diesem Ball zu stellen, obwohl er nicht genau weiß, wo er hinkommt. Der anschließende Topspin kann auf das gesamte Feld variiert werden. Das Ziel ist es damit den Punkt zu erzielen. Beide Spieler versuchen ab nun den Punkt für sich zu entscheiden.

Kurzbeschreibung der Trainingsübung

• Langer diagonaler Aufschlag (1)
• Diagonaler Topspin (2)
• Block auf die VH (3a) oder auf die Mitte (3b)

Varianten der Trainingsübung

Auch diese Tischtennis Trainingsübung kann natürlich variiert werden. Dabei ist es grundsätzlich möglich den langen Aufschlag auch mit der Rückhand parallel anzugreifen. Des Weiteren kann bereits beim Aufschlag festgelegt werden welche Schnittart angewendet werden soll.

Wer einen Gegentopspin trainieren möchte sagt seinem Partner, dass er nach der Wahloption 3a oder 3b immer in die Vorhand spielen soll. Dieser Ball kann versucht werden direkt als Gegentopspin angezogen zu werden. Die Varianten sind nahezu unendlich. Ein jeder Trainer und Spieler sollte sich und seine Trainingsleistung immer hinterfragen und diverse Übungsabwandlungen einbauen, um seine Schwächen zu verbessern.

Autor: Matthias Bormann

Lange Aufschläge in die Rückhand

In dem folgenden Artikel wird auf den langen Aufschlag in die Rückhand eingegangen. Die meisten Tischtennistrainer nehmen diese Variante sehr selten in das Trainingsprogramm auf, jedoch ist es vor allem wichtig als Rückschläger bei diesem Aufschlag stets wach zu sein und möglichst direkt anzugreifen.

Vorbetrachtungen zum langen Aufschlag in die Rückhand

Der lange Aufschlag in die Rückhand wird häufiger angewendet, als der lange Aufschlag in die Vorhand. Dies hat den Grund, dass die meisten Tischtennisspieler auf der Vorhand stärker sind, als auf der Rückhand. Außerdem ist es so, dass die Anzahl langer Aufschläge im Laufe eines Matches umso höher ist, je niedriger die Spielstärke ist.

Generell sollte der lange Aufschlag nicht zu häufig eingesetzt werden, da sich der Gegner darauf einstellen kann und einem die Bälle um die Ohren „pfeffert“, sobald er diesen richtig antizipiert hat.

Wie lässt sich der lange Aufschlag in die Rückhand variieren?

Auch bei dieser Aufschlagvariante ist es aus Sicht es Aufschlägers wichtig die PTRF – Effekte möglichst häufig zu ändern, damit sich der Gegner nicht darauf einstellt. Die Platzierung kann also über den gesamten Rückhandbereich verändert werden. Der Faktor Tempo sollte bei langen Aufschlägen immer möglichst zugunsten der Schnelligkeit ausfallen.

Hinsichtlich der Rotation sind keine Grenzen gesetzt. Jedoch führt eine Anwendung des Aufschlags mit viel Rückwärtsrotation dazu, dass der Aufschlag langsamer wird. Den Einfluss der Ballflugkurve wird von vielen Unterschätzt. Bei langen Aufschlägen kann es durchaus beim Gegner für Verwirrung sorgen, wenn der Ball etwas höher z.B. mit Unterschnitt oder Seitschnitt auf die Grundlinie fliegt. Viele gehen dann davon aus, dass der Ball ins „Aus“ geht und sind sehr überrascht, wenn er doch noch im letzten Moment auf der Platte landet.

Autor: Matthias Bormann

Trainingsübungen mit langem Aufschlag – Teil 2

Abwechslungsreich eingesetzte lange Aufschläge können über Sieg oder Niederlage entscheiden. Wichtig ist es gerade in höheren Spielklassen diese nicht zu oft einzusetzen, da sich sonst der Gegner darauf einstellt und die Bälle hart attackiert.

Was muss man bei langen Aufschlägen beachten?

Ganz wichtig ist, dass ein langer Aufschlag auch schnell ist! Ein langsamer langer Aufschlag mit viel Seitenrotation kann zwar auch ab und zu erfolgreich sein, jedoch ist dann der Überraschungsmoment nicht gegeben. Bei langen Aufschlägen muss man ganz klar sagen: Geschwindigkeit geht vor Rotation! Um einen schnellen Aufschlag zu spielen, sollte der Balltreffpunkt kurz über dem Tisch sein und die Bewegung ebenfalls schnell erfolgen.

Außerdem ist es wichtig seinen Gegner zu beobachten und den schnellen Aufschlag dann spielen, wenn der Gegner nicht darauf eingestellt ist. Sieht man beispielsweise, dass sich der Gegenspieler zunehmend zur Rückhand orientiert, spielt man eben mal einen langen Aufschlag in die Vorhand. Hierbei ist auch ein Gespür für die Situation gefragt, welches schwer zu trainieren ist. Bei einer guten Beobachtungsgabe und einem gewissen Feingefühl für die Situation, welche schwer zu trainieren ist, wird der lange Aufschlag ab und zu eingesetzt zu einer Waffe, mit dem nahezu in jedem Satz ein Punkt sicher ist.

Übungen mit langem Aufschlag, der angegriffen wird

Jeder Spieler muss sich dessen bewusst sein, dass ein langer Aufschlag von seinem Gegner angegriffen werden kann. Antizipiert der Gegner richtig, so ist es nicht selten, dass er diesen auch hart angreift und dies zu einem direkten Punktgewinn für ihn führt.

Aber auch diese Situation lässt sich trainieren. Jeder der einen langen Aufschlag macht, sollte sich dessen bewusst sein, dass er damit

• Seinen Gegner überraschen kann, was zum direkten Punktgewinn führt
• Sein Gegner diesen richtig antizipiert und hart angreift, was zum direkten Punktgewinn für ihn führt

Die folgende Übung trainiert den langen Aufschlag, die Reaktion auf den langen Aufschlag von dem Spieler, der diesen zurückschlägt und die Reaktion auf einen harten Rückschlag, wenn der Returnspieler den Ball richtig antizipiert.

Spieler 1 (unten) macht einen langen Aufschlag auf Spieler 2, der sich in der Zeichnung oben befindet. Dieser Aufschlag kann entweder in die Vorhand gespielt werden (1a) oder er wird in die Rückhandseite gespielt (1b). Spieler 2 muss dies antizipieren. Seine Aufgabe ist es den nächsten Ball möglichst hart mit einem Topspin anzugreifen. Im Fall der Aufschlag wurde mit der Variante 1a parallel gespielt, antwortet Spieler 2 mit einem diagonalen harten Topspin (2a). Im Fall der Aufschlag wurde diagonal gespielt antwortet Spieler 2 mit einem parallelen harten Topspin (2b).

Kurzbeschreibung der Übung

• Langer Aufschlag entweder in die Vorhand (1a) oder in die Rückhand (2a)
• Je nachdem welcher Ball vorher gespielt wurde – Topspin diagonal (2a) oder Topspin parallel (2b)
• frei

Matthias Bormann