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Trainingsübungen mit kurzen linksrotierenden Aufschlägen – Teil 1

Generell sollten mindestens 60% wenn nicht sogar 70% und mehr Aufschläge kurz, oder mindestens so ausgeführt werden, dass sie zwei mal auf der gegnerischen Tischhälfte aufkommen ausgeführt werden.

Position beim Rückhandaufschlag mit Linksdrall

Die Position beim Rückhandaufschlag ist für die meisten klar – sie stehen in der Rückhand. Das hat den Vorteil, dass die gesamte Vorhand frei bleibt und viele Gegner in diese Seite, auch bedingt durch den Schnitt im Aufschlag, in genau diese Seite spielen.

Danach wird die Vorhand eingesetzt.

Doch auch die Position beim Aufschlag kann man bewusst variieren, um den Gegner zu verwirren. So ist selbst der Aufschlag aus der Vorhandseite keine schlechte Variante.

Übung für den Aufschlag aus der Mitte

Bei der folgenden Übung wird ein Rückhandaufschlag aus der Mitte mit Linksrotation ausgeführt. Im Punkspiel sollte man sich der Optionen des Gegners immer bewusst sein, denn er kann in beide Plattenecken zurückspielen. Diese Übung geht auf die Option des Gegners ein, dass er in die Vorhand zurück spielt. Dadurch wird auch berücksichtigt, dass einige den Schnitt nicht richtig lesen können und der Ball auch dadurch sicherlich immer mal wieder dort hin gespielt wird.

Es spielen Spieler 1 (siehe Zeichnung: unten) und Spieler 2 (siehe Zeichnung: oben) zusammen. Der erste Schlag von Spieler eins ist ein kurzer Aufschlag mit der Rückhand mit Linksrotation (1). Der Aufschlag sollte bewusst aus der Mitte ausgeführt werden. Der Rückschlag von Spieler 2 ist ein Schupfball in die Vorhand, also weit nach rechts außen (2).

Die Übung ist bereits ab diesem Punkt frei. Spieler 1 soll allerdings mit Topspin angreifen, das ist die einzige Pflichtvorgabe ab diesem Moment. Hinsichtlich der Platzierung ist freie Wahl und auch Spieler 2 kann den Topspin so zurückspielen, wie er will. Einige Varianten sind Block, Konter, Gegentopspin oder Schnittabwehr.

Kurzbeschreibung

• Spieler 1: kurzer Aufschlag mit Linksdrall aus der Mitte heraus (1)
• Spieler 2: langer Schupfball zurück in die Vorhand (2)
• frei

Autor: Matthias Bormann

Die Variation der Rotation beim Aufschlag

Nichts ist fasettenreicher als die Diskussion über die Rotation im Tischtennis. Andere gängige Begriffe, die das gleiche meinen sind der Spin, der Schnitt oder der Drall.

Wie lässt sich die Rotation variieren?

Der Drall im Aufschlag und bei jeder anderen Schnittart im Tischtennis lässt sich zunächst in der Intensität variieren. Wenn man es denn beherrscht, kann man mit viel Schnitt, mit wenig Schnitt oder ganz ohne Drall spielen und seine Aufschläge gezielt variieren.

Die Rotationsart ist der nächste entscheidende Punkt. Dabei unterscheidet man zwischen Linkdrall, Rechtsdrall, Unterschnitt und Oberschnitt.

Blick auf die Praxis – wann wird welcher Schnitt angewendet?

Bei Linksrotation würde der Ball ohne wissentlichen Einfluss des Gegners vom Schläger nach rechts abspringen. Die meisten Spieler erzeugen diese Schnittart mit der Rückhand. Dadurch erhoffen sie sich, dass der Ball in die Vorhand zurückgespielt wird. Von dort ausgehend bauen sie ihren Angriff auf und ziehen vielmals Vorhand Topspin entweder gleich als harten Endschlag, oder als sicheren Schlag mit viel Spin, der der Spieleröffnung dient.

Der Aufschlag mit Linksrotation lässt sich in den Varianten mit Seitenunterschnitt, Seitenoberschnitt und reinem Seitenschnitt ausführen.

Bei Aufschlägen mit Rechtsrotation springt der Ball ohne gezielt der Rotation entgegen gesetzter Rückschlagbewegung nach links. Aus Sicht des Rechtshänders also in die Rückhand. Viele Rechtshänder führen trotzdem diesen Aufschlag aus. Springt der Ball in die Rückhandseite, so stellen sie sich häufig auf ihre starke Vorhand um und eröffnen das Spiel trotzdem mit der Vorhand. Auch dieser Aufschlag lässt sich mit Unterschnitt- oder Oberschnittanteil ausführen.

Der Aufschlag mit reinem Unterschnitt dient in erster Linie dazu, den Gegner am aggressiven Rückschlag zu hindern. Ohne gezielte gegnerische Einwirkung, springt der Ball nach unten und landet schließlich im Netz. Bundesligaspieler haben diese Aufschläge häufig sehr sehr intensiv trainiert, sodass eine Attacke darauf unmöglich erscheint.

Der Aufschlag mit reinem Oberschnitt dient dazu das Spiel schnell zu machen. Bei schlechter Antizipation des Aufschlags, springt dieser nach oben ab. Die nächste Konsequenz des Aufschlägers ist ein harter Schuss. Generell ist dieser Aufschlag schwer mit Unterschnitt zu returnieren ohne dass er hoch oder halbhoch zurückkommt. Meist wird er gekontert, geflippt oder gleich mit Topspin attackiert – das Spiel wird von beiden Seiten offensiv.

Ohne Training geht es nicht

Egal, ob Links- oder Rechtsdrall, Ober- oder Unterschnitt, um Aufschläge richtig gut, mit richtig viel Schnitt auszuführen muss man jahrelang trainieren. Am besten wird jede Trainingseinheit dazu genutzt. Zehn bis Fünfzehn Minuten reichen völlig aus. Eins ist Fakt, es ist der einzige Schlag, auf den der Gegner keinen direkten Einfluss hat.

Autor: Matthias Bormann