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Schnelle und gut koordinierte Bewegungen

Dieses Mal werden wir nicht eine einzelne Übung vorstellen, sondern ein Trainingsgerät, das flexibel einsetzbar ist. Dieses Trainingsgerät gehört in vielen Sportarten – gerade im Profi-Bereich – zum Standardrepertoire.

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Doch auch im Amateursport ist es eine große Hilfe, bestimmte Fähigkeiten gezielt zu fördern. Das Gerät, das im Fokus steht, ist die Hürdenleiter. Gerade für Schnelligkeit und Koordination ist dieses Gerät ein Alleskönner.

Im Tischtennis sind schnelle und gut koordinierte Bewegungen des Unterkörpers neben der Schlagtechnik eine Säule des Erfolgs. Diese Kompetenzen der „Beinarbeit“ können durch verschiedene Übungen mit der Hürdenleiter, die online zugänglich sind, gezielt verbessert werden.

Trizepstraining: Mehr Energie für den Topspin

Nachdem in den letzten Übungen der Fokus eher auf Aspekte der Athletik lag, die mit Koordination und Balance befasst waren, wendet sich die Übung diesmal wieder dem klassischen Krafttraining zu.

Trainiert wird ein Muskel, der im Tischtennis an jeder Bewegung teilhat, die mit Schläger und Ball zu tun hat: der Trizeps. Er versorgt den Arm und damit letztlich den Schlag mit der nötigen Energie. Neben der schlagtechnischen Schulung, ist ein Krafttraining des Trizeps im Tischtennis lohnenswert.

Der Topspin kann mit mehr Energie angereichert werden und damit deutlich gefährlicher sein. Um diese Waffe im eigenen Repertoire zu stärken, sollte die folgende Übung im nächsten Training untergebracht werden.

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Foto: Diplom-Sportwissenschaftler Dominik Langenegger

Übungsablauf:

Der Übende kniet sich mit einem Bein auf einen Bungee-Gurt (130 cm) und positioniert das andere Bein rechtwinklig vor dem Körper. Der Gurt führt dann am Rücken entlang bis zur Schulter, an der die greifende Hand den Gurt auf die Schulter gelegt hält.

Diesen zieht man nun nach oben (parallel zum Kopf), bis der Ellenbogen fast durchgedrückt ist. Vollständig durchgedrückt sollte der Ellenbogen nicht werden. Erstens verliert die Bewegung dann an Spannung. Zweitens wird das Gelenk geschont.

Intensität:
3 x 10 Wdh. Pro Seite. 30 Sec. Pause zwischen den Durchgängen.

Bis zu 200 Km/h schnell und trotzdem kaum Verletzungen

Wenn die Großen an den Tischtennisplatten dieser Welt sich die Bälle um die Ohren schmettern, wird dem Zuschauer schon vom Hinsehen schwindelig. Meist bedarf es der Zeitlupe, um überhaupt Ballwechsel ausreichend nachvollziehen zu können. Dementsprechend schnell und beweglich müssen Tischtennisspieler agieren.

Man könnte meinen, dass bei diesen Bewegungsgeschwindigkeiten und Richtungswechseln das Verletzungsrisiko im Tischtennis besonders hoch ist – ist es aber nicht. Im Gegenteil: Im Tischtennis treten nur sehr wenige Sportverletzungen oder Sportschäden auf. Die prozentuale Verletzungshäufigkeit beläuft sich im Tischtennis auf gerade Mal 0,4 % – bei Freizeit-Tischtennisspielern liegt diese mit 0.2 % sogar noch darunter.

Auf was kommt es im Tischtennis an?

• Eine optimale Schlagtechnik
• Eine exzellente Beinarbeit
• funktionell stabilisierten Rumpf

Und alles hängt miteinander zusammen, in einer so genannten kinetischen Kette. Um die Genauigkeit der schnellkräftig ausgeführten Schlagbewegungen zu erreichen – muss der Rumpf den Fixpunkt und die Brückenfunktion zu den unteren Extremitäten ausfüllen. Dort kommt es zu intensiven Lauf- und Stoppbewegungen mit einem hohen Anteil exzentrischer Muskelarbeit.

Wo können Überlastungen auftreten?

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Hohe Beschleunigungskräfte, überwiegend bei Schmetter- und Topspinschlägen, führen im Tischtennis zu einem relativ hohen Anteil an Muskelverletzungen und Überlastungssymptomen im Bereich der oberen Extremität.

Aufgrund der explosiven Kraftentwicklung insbesondere bei Vorhandschlägen reagieren besonders die Sehnenansätze der ausführenden Muskulatur sowie die schultergelenksstabilisierende Rotatoren-Muskel-Gruppe empfindlich auf Belastungen.
Trotz der hohen Anforderungen an den Stütz- und Bewegungsapparat kann man sagen, Tischtennis ist ein verletzungsarmer Sport. Das hat, vor allem im Vergleich zu anderen Rückschlagsportarten, folgende Gründe:

• keine extreme Verkrümmung der Wirbelsäule
• keine Überkopfbewegungen
• geringe Krafteinwirkung aufgrund eines geringen Hebelarmes (Tischtennisschläger)
• keine Vibrationsbelastungen, wie zum Beispiel beim Tennis

Trainingsübung für die Schlagtechnik VH Flip

Die Schlagtechnik Flip ist ein Offensivschlag, der vor allem zur Spieleröffnung genutzt werden kann, wenn der Gegner einen kurzen Aufschlag mit wenig Unterschnitt, oder mit Oberschnitt gespielt hat. Selbstverständlich ist er auf jeden kurzen Schlag anwendbar.

Die Schlagtechnik

Wie bei allen anderen Tischtennisschlägen wird in Ausholphase, Schlagphase und Ausschwungphase untergliedert. Bei der Beschreibung der Schlagtechnik wird nun explizit auf die Bewegung des Armes und des Handgelenks eingegangen. Während der Ausholphase bewegen sich die beiden Körperteile gemeinsam mit dem Schläger in Richtung des Netzes. Der Unterarm, das Handgelenk und somit auch der Schläger führen eine kleine Ausholbewegung nach hinten aus. Um eine Vorspannung im Unterarm zu erzeugen, werden Ober- und Unterarm leicht angewinkelt und die Schlägerspitze zeigt nach außen, hinten.

Während der Schlagphase erfolgt eine dynamische Beugung des Handgelenks. Je nach Rotationsart und Rotationsstärke des ankommenden Balls erfolgt die Bewegung mehr oder weniger nach oben. Der Ball sollte zudem am höchsten Punkt nach dem Aufsprung getroffen werden.

In der Ausschwungphase schwingt der Schläger mit leicht geschlossenem Schlägerblatt nach vorne oben aus. Die Schlägerspitze sollte in Richtung des gespielten Balles zeigen.

Übungsbeispiel für den VH Flip

Die folgende Übung hört sich simpel an, ist allerdings koordinativ anspruchsvoll und erfordert ein großes Maß an Konzentration. Es spielen zwei Spieler zusammen, wobei Spieler 1 sich in der Zeichnung und am realen Tisch unten befindet und Spieler 2 sich auf der gegenüber liegenden Seite befindet.

Nach einem kurzen Aufschlag (1) mit wenig Unterschnitt, Seitenschnitt, oder Oberschnitt in das gestrichelte Feld, spielt Spieler 2 einen diagonalen Vorhand Flip (2). Dieser wird von Spieler 1 mit einem Vorhand Topspin beantwortet. Sobald dieser Ball gespielt wurde, ist die Übung freigegeben für sämtliche Schläge. Mögliche Varianten, die Spieler 2 spielen kann sind:

• Vorhand Gegentopspin
• Blockball
• Schnittabwehr
• Schuss
• Ballonabwehr