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Aufschläge mit und ohne Schnitt bei gleicher Bewegungsausführung

Ein guter Aufschlag entscheidet oftmals über Sieg oder Niederlage. Am wichtigsten ist es sich dabei einen geeigneten Mix aus verschiedenen Schnitt- und Bewegungsausführungsvarianten anzutrainieren, damit der Gegner ihn nicht „lesen“ kann. Möglichkeiten einen Aufschlag zu variieren ergeben sich daraus die sogenannten PTRF-Effekte gezielt einzusetzen.

Was sind PTRF-Effekte

Die Abkürzung PTRF steht für Platzierung, Tempo, Rotation und Flugkurve. Alle 4 Einflussfaktoren sind entscheidend, um seinen Gegner mit einem Aufschlag zu überraschen, so ab und zu einen direkten Punktgewinn zu erzielen oder um den nächsten Ball vorzubereiten.

Es lässt sich nicht sagen, welcher dieser Einflussfaktoren der wichtigste ist. Jeder Tischtennisspieler sollte sich Gedanken machen, wie man diese Faktoren gezielt einsetzt und auch mal ein Stündchen seiner Zeit in Aufschlagtraining zu investieren. Hilfreich ist es oft sich Aufschläge von Profis abzuschauen.

Unterschnittaufschlag oder schnittloser Aufschlag

Nachdem im letzten Bericht gezeigt wurde, wie es möglich ist einen Aufschlag mit sehr viel Unterschnitt zu erlernen, geht es heute darum diesen so zu variieren, dass bei einer kleinen Abwandlung in der Bewegungsausführung ein anderer Schnitt zustande kommt, um den Gegner zu irritieren.

Das Video zeigt den deutschen Nationalspieler Christian Süß. Er zeigt anschaulich, wie die Bewegungsausführung bei einem Aufschlag mit und ohne Unterschnitt aussehen kann.

Das wichtigste ist dabei, dass der Gegner nicht sofort sehen kann, welcher der beiden Varianten angewendet wird. Dies erreicht ihr, indem ihr bei beiden Varianten die gleiche Ausholbewegung macht. Die Bewegung geht von hinten nach vorn. Der Ball muss während dieser Bewegung vom Schläger getroffen werden. Die Schnittart hängt davon ab, an welchem Punkt ihr den Ball trefft.

• Balltreffpunkt auf dem Schläger vorn = Unterschnitt
• Balltreffpunkt auf dem Schläge hinten = Schnittloser Aufschlag

Solltet ihr einen schnittlosen Aufschlag machen, solltet ihr auch den möglichen Rückschlag des Gegners im Kopf haben. Dieser spielt den Ball entweder halbhoch zurück, sodass ihr sofort angreifen könnt, kurz zurück, dann könnt ihr flippen, oder er spielt selbst einen Flip, wenn er den Aufschlag von euch erkannt hat.

Bei einem Unterschnittaufschlag spielen die meisten Gegner den Ball lang mit Unterschnitt zurück, dann könnt ihr Topspin ziehen. Stellt euch darauf ein, dass der Ball auch kurz zurückgelegt werden kann.

Matthias Bormann

Schnelligkeit – prinzipielle Überlegungen

Anforderungsprofil der Sportart Tischtennis

Im Spitzensport sind Ballfluggeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h keine Seltenheit. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 0,8 Sekunden zwischen den Schlägen ist es die schnellste Rückschlagsportart der Welt. Der Tischtennisspieler braucht neben schnellen Armen und Beinen auch einen schnellen Kopf, um gegnerische Handlungen rechtzeitig wahrzunehmen, zu antizipieren und darauf zu reagieren.

Dies macht es möglich die Aktionen des Gegners zu durchschauen und hilft einzuschätzen an welchem Ort der Ball mit wie viel Tempo, Rotation und mit welcher Flugkurve landet. Erst diese Einschätzung ermöglicht es sich optimal zum Ball zu bewegen, seinen Körper zur Vorbereitung des Schlages in Position zu bringen und mit einer angemessenen Technik zu agieren. Dies macht deutlich, dass nur derjenige, der über eine ausgeprägte Schnelligkeit verfügt, den vielfältigen Anforderungen des Spiels gerecht werden kann. In leistungsorientierten Trainingseinheiten ist demzufolge ein Schnelligkeitstraining unerlässlich. Um ein optimales Zusammenspiel aller konditionellen Fähigkeiten (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit) in Kombination mit einer guten Technik und Taktik zu gewährleisten, sollten alle diese Elemente während des Trainings anteilig trainiert werden.

Wann ist Schnelligkeitstraining sinnvoll

Ein reines Schnelligkeitstraining ist prinzipiell zu Beginn einer Trainingseinheit im ausgeruhten Zustand direkt nach der allgemeinen Erwärmung förderlich. Zusätzlich ist es wichtig mit maximaler Intensität und größtmöglicher Willenskraft zu trainieren, um alle Reserven zu mobilisieren. Des Weiteren sollte eine vollständige Pause nach jedem Durchgang eingelegt werden. Diese ist sehr wichtig, da der Körper für ein effektives Training der Schnelligkeit vollständig erholt sein muss.

Ist dies nicht der Fall ist es kein reines Schnelligkeitstraining mehr, sondern ein Training der Schnelligkeitsausdauer, die zum Ziel hat, dass die bereits vorhandene Schnelligkeit länger abgerufen werden kann. Das Training der reinen Schnelligkeit hat zum Ziel die Grundschnelligkeit zu erhöhen. Um diese zu erhöhen ist es möglich Übungen ohne Ball (tischtennisunspezifisch) und Übungen mit Ball (tischtennisspezifisch) durchzuführen.