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Trainingsformen, um knappe Spielstände zu trainieren

Der Bericht „Ausgewählte Spielstände trainieren“ hatte u.a. zum Ziel ein Bewusstsein zu entwickeln, dass es im Trainingsspiel ebenso sinnvoll ist mal nicht beim Stand von 0:0 zu beginnen. Nun werden weitere Möglichkeiten aufgezeigt, um spezielle spielnahe Situationen im Training zu üben.

Effektiv mit Schwächeren trainieren

Wer kennt diese Situation nicht. Fast alle Tische sind im Training belegt. Die Spieler der ersten Mannschaft trainieren untereinander, um sich weiter zu verbessern und um nicht gegen Schwächere spielen zu müssen. Da fragt man sich als einer der 2ten oder auch 7ten Mannschaft schon mal: Wie soll ich überhaupt besser werden, wenn ich nie gegen bessere spielen kann?

Es gibt durchaus Methoden, um ein Training zweier Tischtennisspieler effektiv zu gestalten, obwohl sie sich vom Leistungsniveau – mit unter deutlich unterscheiden. Ein Beispiel hierfür sind Trainingsspiele mit Punktvorgabe. So kann der Schwächere beispielsweise in jedem Satz mit 5:0 in Führung sein, sodass sich auch der Stärkere voll konzentrieren muss. Je nach Spielniveau bzw. dem Unterschied, der sich aus der Spielstärke eines jeden Einzelnen ergibt, kann der Spielstand angepasst werden.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass sehr viele Sätze gespielt werden. Nach jedem Satz wird der Vorsprung zugunsten des Spielers, der den jeweiligen Satz verliert, erhöht. Als Beispiel spielt ein Spieler der Landesliga gegen Kreisliga. Normalerweise gewinnt der Landesligaspieler locker. Beim ersten Satz ist dies auch der Fall. Danach startet der nächste Satz mit 0:2 gegen ihn. Wenn er diesen wieder gewinnt, steht es am Anfang 0:4. Spätestens beim 0:8 sollte der Ausgang völlig offen sein. Gewinnt dann der Kreisligaspieler, so steht es im folgenden Satz nur 0:6. Ziel ist es, dass ein Spielstand gefunden wird, bei dem der Ausgang des Spiels nicht mehr vorhersehbar ist.

Knappe Spielstände mit taktischer Vorgabe trainieren

Wer das Gefühl hat, dass der Gegner immer gewinnt, weil er selbst zu passiv spielt, sollte trainieren beim Stand von 9:9 den ersten Topspin zu ziehen. Ebenso spielen viele Spieler bei knappen Spielständen Überraschungsaufschläge z.B. lang in die Vorhand oder in die Rückhand, obwohl sie während des gesamten Spiels immer bestrebt waren kurze Aufschläge zu machen.

Genau diese Varianten und die Reaktion darauf gilt es zu trainieren. Die Reaktion auf einen langen Aufschlag heißt natürlich Topspin – und zwar sicher und platziert auf den Tisch. Bei höherem Niveau sollte der Angriffsschlag natürlich auch eine gewisse Härte haben. Ein passives Spiel hat zur Folge, dass der Gegner angreift und dies sollte vermieden werden.